KFC Uerdingen: Kommentar: Fair play gilt auch für die Spruchkammer

KFC Uerdingen : Kommentar: Fair play gilt auch für die Spruchkammer

Der Vorsitzende des KFC Uerdingen, Lakis, dürfte Hornhaut an den Fingern haben. Seit Samstag versucht er, den Vorsitzenden der Spruchkammer des Fußball-Verbandes Niederrhein (FVN) ans Telefon zu bekommen.

Wilfried Loskamp soll ihm sagen, welches Urteil die Spruchkammer gefällt hat in der Verhandlung über das abgebrochene Spiel gegen Ratingen. Doch die Herren schweigen, obwohl ein Urteil feststeht, wie Beisitzer Johannes Daners der Redaktion bestätigte.

Bereits am Donnerstag hatte Loskamp nach dem Abbruch der Sitzung angekündigt, dass den Clubs das Urteil rechtzeitig zugestellt würde. Doch die Wege von Isselburg nach Krefeld scheinen lang zu sein. Vielleicht gibt es dort ja keine Internetleitung, so dass die Kammer das Urteil also unmöglich per E-Mail verschicken konnte und stattdessen den Postweg einschlug — man weiß es nicht.

Was die Kammer durch diese Hinhaltetaktik mit den Vereinen veranstaltet, ist schlichtweg eine Frechheit. Nicht nur, dass die Sitzung erst drei Wochen nach dem Spiel war, jetzt kommt das Urteil möglicherweise heute — der Abbruch ist auf den Tag genau einen Monat her. Beide Vereine können noch Einspruch einlegen und in eine höhere Instanz gehen — und die Saison endet am 29. Mai.

Die Spruchkammer spricht in Verhandlungen davon, ein faires Urteil finden zu wollen. Dann sollte sie auch im Fair play ein Vorbild sein — und die Vereine umgehend informieren. Denn auch falls es in Isselburg tatsächlich keine Internet-Leitung geben sollte: Telefon gibt es. Lakis kann's bestätigen.

(RP)
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