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Klassenerhalt ist für den KFC Uerdingen wie Aufstieg in die 2. Liga

Endspiel in Mannheim : Klassenerhalt ist für den KFC wie der Aufstieg in die 2. Liga

Christian Dorda unterstreicht damit die Bedeutung des letzten Saisonspiels des KFC Uerdingen beim SV Waldhof Mannheim. Dabei erinnert der 32 Jahre alte Verteidiger an die vielen Widrigkeiten, mit denen Spieler in dieser Saison zu kämpfen hatten.

Das Endspiel ist das große Ziel eines jeden Fußballers. Thomas Müller und Mats Hummel wollen es bei der Europameisterschaft mit Deutschland erreichen, der FC Bayern München peilt es alljährlich in der Champions League an und Berlin ist inzwischen Kult und in jedem Jahr als Finalort eine Reise wert.

Es gibt aber auch Endspiele, auf die Fußballer liebend gern verzichten; eine ganze Saison arbeiten sie darauf hin, solch ein Endspiel zu vermeiden. Und doch bestreiten an diesem Samstag eine ganze Reihe von Vereinen solch ein Endspiel: der 1. FC Köln, Werder Bremen und Arminia Bielefeld in der Bundesliga, der KFC Uerdingen, SV Meppen und FC Bayern München II in der Dritten Liga. Sie alle müssen punkten, um den Abstieg zu vermeiden.

Für Christian Dorda ist es das dritte Endspiel mit dem KFC Uerdingen, seitdem er  vor vier Jahren nach Krefeld kam. Im Mai 2018 kam es zum Endspiel um den Aufstieg in die Dritte Liga, das der KFC in Mannheim 2:1 gewann; im Mai 2019 folgte der Sieg im Endspiel um den Niederrheinpokal gegen den Wuppertaler SV (2:1), verbunden mit dem Einzug in den DFB-Pokal (gegen Borussia Dortmund 0:2); und am Samstag (13.30 Uhr live im Dritten) folgt das dritte Endspiel – wieder in Mannheim, allerdings um den Klassenerhalt.

„Für uns ist das ein Endspiel“, sagt der 32-Jährige, der neben Teamchef Stefan Reisinger und Betreuer Andreas Bosheck der einzige ist, der vor drei Jahren beim Aufstieg in Mannheim dabei war. Deshalb könnte die Partie brisant sein, doch auch von den Mannheimern sind nur noch drei Spieler von damals aktiv. „Ich glaube, dass sie uns ein Bein stellen wollen“, sagt Dorda. „Aber wir sind gut vorbereitet. Vor allem aber haben wir alles in der eigenen Hand, das ist das Wichtigste, und wir wollen die Chance nutzen.“

Dass die Uerdinger am letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen müssen, hätten sie zu Saisonbeginn kaum für möglich gehalten. Einen einstelligen Tabellenplatz hatte Kapitän Assani Lukimya als Ziel ausgegeben und auch für realistisch gehalten. Doch die durch schlechte Vereinsführung entstandenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten samt Insolvenzantrag sowie die katastrophalen (Trainings-)Bedingungen in der Stadt bereiteten den Spielern zeitweise mehr Probleme als die Gegner. „Es war eine sehr, sehr schwierige Saison für uns“, sagt Dorda. „Aber jetzt wollen wir die Saison vergolden. Wenn wir drin blieben, ist das für uns wie der Aufstieg in die Zweite Liga. Darauf arbeiten wir hin.“ Dorda identifiziert sich mit den Blau-Roten. „Der KFC gehört in den Profi-Fußball“, sagt er geradezu flehentlich. „Ich hatte hier eine tolle Zeit mit vielen coolen Jungs. Es wäre das Schlimmste, wenn wir jetzt absteigen würden. Einen Abstieg will keiner in seiner Vita stehen haben. Wir haben so oft auf die Schnauze bekommen und sind immer wieder aufgestanden, wir dürfen nicht runter gehen.“

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Dass Dorda und seine Mitspieler keineswegs mit weichen Knien nach Mannheim fahren,  ist nicht nur in den guten Erfahrungen dort begründet, sondern in der Auswärtsbilanz insgesamt. Sollte der KFC den einen Punkt holen, den er als Minimum anstrebt, so rangiert er in der oberen Hälfte der Auswärtstabelle.

Als der Bus am Freitag um 13.30 Uhr nach Mannheim fuhr, saß auch Peter van Ooijen darin, der zuletzt wegen muskulärer Probleme passen musste.