KFC Uerdingen: KFC will TuRU Druck machen

KFC Uerdingen : KFC will TuRU Druck machen

Mit einem Sieg gegen Straelen übernimmt Uerdingen die Tabellenführung. Dann richten sich am Sonntag alle Augen auf Konkurrent Düsseldorf, der gegen RWO ran muss. Beide Spiele stehen unter Verbandsaufsicht.

Selten war der Aufstiegskampf in die NRW-Liga wohl so simpel zu errechnen, aber so ungeheuer spannend: Wenn der KFC Uerdingen heute Abend sein Heimspiel gegen den SV Straelen (Anpfiff: 19.30 Uhr) gewinnt, klettert er wieder an die Tabellenspitze.

Gewinnt Hauptkontrahent TuRU Düsseldorf am Sonntag (15 Uhr) gegen Rot-Weiß Oberhausen U23, sind die Landeshauptstädter wieder vorne. Dann ist Uerdingen (bei einer Niederlage vor der Spruchkammer, die über die Wertung des Skandal-Spiels von Ratingen entscheidet) auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen des VfR Fischeln ausgeliefert, der im letzten Saisonspiel eine Woche später TuRU empfängt.

Lässt TuRU aber am Sonntag Federn — ein Unentschieden würde bei derzeit zwei Punkten Vorsprung auf Uerdingen ausreichen — und der KFC gewinnt heute, hat er den Aufstieg wieder selbst in der Hand. Dann ist es — zumindest sportlich — egal, welches Urteil die Spruchkammer über die Wertung des Skandals-Spiels fällt.

Auch der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) trägt der Brisanz der beiden Spiele Rechnung. Die beiden Partien stehen unter so genannter Verbandsaufsicht. Das heißt, dass zu den Partien Vertreter des FVN anreisen werden und sie beobachten mit dem Hintergrund, dass eine sportlich faire Entscheidung über den Aufstieg gewährleistet ist. "Die Verbandsvertreter werden insbesondere darauf achten, dass beide Spiele geordnet ablaufen und entsprechende Berichte verfassen", teilte FVN-Sprecher Peter Hambüchen gestern mit.

Der KFC kann also mit einem Sieg heute die Düsseldorfer mächtig unter Erfolgsdruck setzen. Das erwartet auch Peter Wongrowitz von seiner Mannschaft im letzten Heimspiel der Saison, zu dem der KFC auf 3000 Zuschauer hofft.

Einer davon soll übrigens auch Ex-Bundestrainer Rudi Völler sein, der mit KFC-Boss Lakis eng befreundet ist und der in Lakis' 45.Geburtstag am Samstag hineinfeiern möchte. "Wir müssen das Spiel positiv gestalten, allein schon, um uns selbst und auch die Zuschauer für die gute Saison zu belohen", sagt der Trainer, in dessen Team Igor Bendovskyi und Ersan Tekkan angeschlagen sind und nur dosiert trainierten, aber wohl auflaufen werden.

Auflaufen, so hatte es der Trainer geplant, sollte eigentlich auch Torwart Ronny Kockel. Der momentan dritte Torhüter ist allerdings nach seinen schwersten Verletzungen — er wurde in der Krefelder Diskothek Königsburg zusammengeschlagen — weiterhin außer Gefecht. Ob er heute überhaupt im Stadion sein wird, ist ebenso ungewiss wie die Fortsetzung seiner Karriere. "Darum wird er am Freitag auch nicht verabschiedet", sagten gestern Geschäftsstellenleiter Gerald Judenau und Lakis übereinstimmend.

Einige Abschiede wird es allerdings geben. Der zuletzt im Abitur steckende Innenverteidiger Christian Petry will demnächst in Köln studieren. Petar Kushev, der in den vergangenen drei Monaten mittrainierte, lässt wohl seine Karriere ausklingen. Außerdem wird der Trainer der zweiten Mannschaft, der einstige Publikumsliebling Tuukka Salonen verabschiedet, der mit seiner Familie in die Heimat seiner Frau nach Kanada auswandern wird. Und ob Franck Njambe auch in der kommenden Saison noch für die Blau-Roten auflaufen wird, ist unsicher: Er soll mit einem Wechsel zu Rot-Weiß Oberhausen liebäugeln.

Übrigens: Ungeachtet der beiden Spiele am Wochenende wird der KFC Uerdingen in die Berufung gegen das Urteil über das Skandal-Spiel in Ratingen gehen. Die Spruchkammer des FVN hatte die nach Tumulten abgebrochene Partie als 2:0-Sieg für Ratingen gewertet und den KFC zur Zahlung von 2500 Euro Geldstrafe verdonnert. "Allein schon deshalb gehen wir in die nächste Instanz. Wir ziehen das jetzt auch durch", sagte Lakis bei der Mitgliederversammlung. Einen Termin für eine neue Verhandlung gab es bis gestern aber noch nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: KFC: Fußball-Krimi gegen Straelen mit Happy End

(RP)
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