KFC Uerdingen: KFC "verliert" 0:0

KFC Uerdingen : KFC "verliert" 0:0

Die Uerdingen kamen am Sonntag über eine Punkteteilung gegen Viersen nicht hinaus. Damit verspielten sie ihre gute Ausgangsposition im Aufstiegskampf. Trainer Peter Wongrowitz war stocksauer: "Das war eine Katastrophe."

Es gibt Momente im Leben eines Fußball-Lehrers, da möchte man sich einen seiner Schützlinge am Kragen packen und ihn so lange durchschütteln, bis er endlich kapiert, was er denn machen soll. Hätte Peter Wongrowitz, der Trainer des KFC Uerdingen, dies Sonntag bei seiner Mannschaft getan, so dürfte er sich heute mit Sehnenscheidenentzündung krank melden. Denn das, was seine Mannschaft gestern beim tristen 0:0 gegen den 1. FC Viersen ablieferte, fasste der Coach später treffend selbst mit einem Wort zusammen: "Katastrophe."

Dass nun nicht jedes Spiel zu einer solchen Galavorstellung werden würde wie zuletzt der 5:0-Erfolg gegen Hiesfeld, dürfte jedem klar sein. Aber ein solches Spiel wie gestern war schlichtweg eine Frechheit, eine Ohrfeige für jeden einzelnen der 2108 Zuschauer, die den Weg in die Grotenburg gefunden hatten. Ohne den nötigen Biss und Einsatzwillen und ohne Ideen im Spiel nach vorne präsentierte sich der KFC zwar körperlich anwesend, aber nicht wie eine um den Aufstieg kämpfende Spitzenmannschaft der Niederrheinliga.

Die Darbietung im ersten Durchgang war schon schwach. Nicht eine nennenswerte Torchance für den KFC sprang heraus, im Gegenteil: Hätte Nando di Buduo nicht so derart kläglich in der 34. Minute vergeben, und hätte der von di Buduos Rücken abgeprallte Ball den Weg ins Tor gefunden, nachdem ihn KFC-Schlussmann Tim Weichelt angeschossen hatte (42.), so hätten die Uerdinger gegen nun wahrlich mehr als biedere Außenseiter gar zurück gelegen.

So schwach der erste Durchgang auch war: Es wurde noch schwächer in der zweiten Halbzeit, auch wenn Uerdingen jetzt mehr Chancen hatte. Die Fehlpässe im Spielaufbau nahmen immer mehr zu, und mehr als nur einmal riefen die Fans: "Wir wollen dieses Spiel heut' gewinnen." Die Mannschaft wollte dies vermutlich auch, aber die Partie hätte vermutlich noch Stunden laufen können, ohne dass der Ball je im Viersener Gehäuse eingeschlagen wäre. Die größte Möglichkeit hatte Jochen Höfler in der 47. Minute, als dessen Schuss Patrick Scheulen von der Linie kratzte.

Peter Wongrowitz war nach der Partie stocksauer und redete sich beinahe in Rage: "Die Zuschauer haben eine Liga höheren Fußball verdient, aber so reicht das nicht. Wir haben bei uns Spieler, die nur schwer mit Kritik umgehen können. Wenn man den Anspruch hat aufzusteigen, muss man auch entsprechende Leistungen bringen. Das gilt auch für die Schlausprecher, die ins Team reinkommen. Durch Labern ist noch keiner aufgestiegen. Ich bin total enttäuscht von Einigen. Die Mannschaft hat heute viel von ihrem Kredit bei mir verspielt. Und was hinzu kommt: Wir haben unser Faustpfand aus der Hand gegeben."

Damit meint der Trainer den Vorsprung von drei Punkten auf den unmittelbaren Verfolger TuRU Düsseldorf. Der gewann in Essen mit 3:0, liegt nun nur noch einen Zähler hinter dem KFC und hat noch ein Spiel mehr auszutragen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Turu: Unentschieden gegen den KFC

(RP)
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