KFC Uerdingen zu Gast in Kaiserslautern: 2000 KFC-Fans auf dem Betzenberg

Uerdingen zu Gast in Kaiserslautern : 2000 KFC-Fans auf dem Betzenberg

Die Heimspiele des KFC Uerdingen in Duisburg finden oft vor trostloser Kulisse statt, doch auswärts ist die Unterstützung riesengroß. Das ist ein Grund, warum sich Trainer Stefan Krämer und die Mannschaft auf die Begegnung in Kaiserslautern freuen.

Die einen finden es kurios, die anderen durchaus verständlich. Auf jeden Fall geht die Schere extrem auseinander, was das Fan-Verhalten beim KFC Uerdingen betrifft. Die so genannten Heimspiele in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena finden meist vor trostloser Kulisse statt. 3.800 Zuschauer kamen im Schnitt. „Wir haben eben in dieser Saison 38 Auswärtsspiele“, sagt Trainer Stefan Krämer. Die Uerdinger müssen ihre Heimspiele in dieser Saison in Duisburg austragen, weil das Stadion Grotenburg nicht den Sicherheitsvorschriften entspricht.

Auf der anderen Seite wird die Mannschaft von einer enorm großen Anhängerschaft bei den Auswärtsspielen begleitet. So reisten zum Beispiel knapp 800 Fans nach München, wo sie beim TSV 1860 an der Grünwalder Straße einen 1:0-Sieg feierten.

Am Samstag wird die Zahl noch einmal deutlich übertroffen. Rund 2.000 Schlachtenbummler werden die Mannschaft nach Kaiserslautern auf den Betzenberg begleiten. Das wiederum ist umso erstaunlicher, da die Begegnung der Traditionsvereine von den Dritten Programmen des WDR und SWR live (Samstag, 14 Uhr) gezeigt wird.

„Wenn wir sehen, wie viele Fans uns auswärts begleiten, dann ist das eine extrem hohe Zahl“, sagt Trainer Stefan Krämer. „2.000 Fans in Kaiserslautern und 4.000 in Duisburg – die Zahlen harmonieren nicht recht. Da vermissen wir den ein oder anderen in Duisburg. Aber es zeigt, was der KFC für einen harten Kern an Anhängern hat. Den müssen wir jetzt Schritt für Schritt erweitern.“

Dass 2.000 Fans den 300 Kilometer weiten Weg in die Pfalz auf sich nehmen, ist beeindruckend. Es mag durchaus Bundesligisten geben, die eine solch stattliche Anhängerschaft nicht auf die Beine brächten. „Das ist natürlich auch in der Kabine ein Thema“, berichtet Krämer, der erst einmal in Kaiserslautern gecoacht hat – allerdings bei der zweiten Mannschaft des FCK, bei der er als Trainer des SV Roßbach einen 1:0-Sieg feierte.

Krämer und seine Mannschaft freuen sich auf den legendären Betzenberg, wo rund 30.000 Zuschauer erwartet werden. „Ich mag es, wenn es kracht und richtig laut ist“, sagt Krämer. „Das ist so ein Spiel, wo ich keinen heiß machen muss.“

Dass die Pfälzer erstmals seit Einführung der Bundesliga 1963 in die Drittklassigkeit abgerutscht sind und dort noch nicht wunschgemäß Fuß gefasst haben, ignoriert Krämer: „Das ist ein total spannender Klub. So Vereine finde ich cool. Und die Tabelle interessiert mich erst ab dem 30. Spieltag. Bis dahin geht es lediglich darum, sich zu positionieren.“

Dass die Roten Teufel aus Kaiserslautern die Fans elektrisieren, ist das eine; Platz zehn, das andere. Krämer räumt zwar ein, dass ein schillernder Vereinsname nicht mit der Qualität einer Mannschaft gleichzusetzen sei, doch traut er dem FCK durchaus noch eine vordere Platzierung zu. „Kaiserslautern ist sehr gut aufgestellt und wird am Ende mit dem Kader und den Möglichkeiten im oberen Bereich stehen“, prognostiziert er.

Die Uerdinger werden jedoch alles daran setzen, ihre glänzende Auswärtsbilanz fort zu schreiben. Mit zwölf von 15 möglichen Punkten sind sie die bislang beste Auswärtsmannschaft. „Wir dürfen die Lauterer nicht ins Spiel kommen lassen“, fordert der Coach. „Wir müssen gegen die Kulisse anspielen und das Spiel unter Kontrolle bekommen.“

(ths)
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