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KFC Uerdingen: WSV letzter Gegner in der Grotenburg

KFC Uerdingen : WSV letzter Gegner in der Grotenburg

Seit mehr als 50 Jahren treffen Uerdingen und Wuppertal in unterschiedlichen Ligen aufeinander. Am Samstag findet das Traditionsduell Blau-Rot gegen Rot-Blau in der Fußball-Regionalliga im Velberter Stadion zum 21. Mal statt.

Als die Uerdinger am 6. Mai 2018 ihr bis dato letztes Spiel in der Grotenburg austrugen, hieß der Gegner Wuppertaler SV. Und genau gegen diesen Gegner müssen sie auch am Samstag wieder ran – zu Hause im Stadion in Velbert. Die Rheinische Post blickt aus diesem Anlass noch einmal auf Duelle dieser beiden Vereine zurück, die dieselben Vereinsfarben eint: Blau und Rot.

Erstmals traf man am 22. August 1971 in der Krefelder Grotenburg-Kampfbahn aufeinander. Uerdingen war gerade in die damals zweitklassige Regionalliga West aufgestiegen und empfing am 2. Spieltag im ersten Heimspiel den in der Liga bereits etablierten Wuppertaler SV. Der Gast aus dem Bergischen Land siegte klar mit 4:1 und behielt auch im Rückspiel am 16. Januar 1972 mit 2:1 die Oberhand. Der WSV spielte damals unter seinem Trainer Horst Buhtz, der später auch noch in Uerdingen große Erfolge feiern sollte, eine herausragende Saison und erreichte an deren Ende mit 60:8 Punkten und unglaublichen 111:23 Toren als souveräner Meister die Aufstiegsrunde. Dies hatte man vor allem Torjäger Günter „Meister“ Pröpper zu verdanken, der allein 52 der 111 Tore erzielte. Der WSV gewann in der Aufstiegsrunde alle acht Partien und stieg damit hochverdient in die Bundesliga auf.
Nach einigen gemeinsamen Spielzeiten in den 70iger und 90iger Jahren des vorigen Jahrhunderts stand man sich in der Saison 2003/04 in der damals drittklassigen Regionalliga Nord erneut gegenüber. Direkt am 1. Spieltag empfing der KFC damals den Aufsteiger aus Wuppertal. Die Erwartungen bei den Uerdingern waren vor der Saison sehr groß, denn der Verein hatte gerade seine erste Insolvenz erfolgreich abgewendet und war unter Trainer Claus-Dieter Wollitz sportlich wieder in der Spur. Umso ernüchternder, der KFC verlor sein Auftaktspiel in der Grotenburg gegen den WSV klar mit 0:3 (Tore: Kohout, Bayertz und Ebersbach).
Zur Saison 2004/05 hatten sich die sportlichen Vorzeichen erneut verändert. Der KFC ging mit dem kleinsten Etat aller Clubs in die neue Spielzeit. Trainer Wollitz hatte sich Richtung Osnabrück verabschiedet und mit Feldhoff, Nouri und Reichenberger gleich drei Leistungsträger mitgenommen. Sein Nachfolger Wolfgang Maes setzte zwangsläufig überwiegend auf junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Der KFC sollte aber dennoch unerwartet für Furore sorgen. Ab dem 3. Spieltag starteten die Uerdinger eine unglaubliche Serie und eroberten am 13. Spieltag mit einem 2:1-Auswärtssieg in Wuppertal die Tabellenspitze der Regionalliga West. Der WSV führte im Stadion am Zoo lange mit 1:0 durch einen Treffer von Gensler, ehe Gruev in der 75. Minute den Ausgleich per Elfmeter erzielte. In der Schlussminute glückte Sieah der vielumjubelte Siegtreffer.
In der Saison 17/18 entschieden die Uerdinger beide Partien für sich und schafften den Durchmarsch in die 3. Liga. Im Hinspiel am 4. November 2017 siegte der KFC mit 1:0 durch ein spätes Kopfballtor von Kapitän Mario Erb. Überschattet wurde der Sieg allerdings durch eine Verletzung von Christian Müller. Er blieb nach einem Zweikampf in der 13. Minute regungslos auf dem Rasen liegen. Es dauerte mehrere Minuten bis er endlich Hilfe von den im Stadion anwesenden Rettungskräften bekam, was Spieler und Fans beider Lager damals fassungslos machte.

Im Rückspiel am 5. Mai 2018 feierten die Uerdinger vor 6.161 begeisterten Zuschauern einen souveränen 4:0-Erfolg durch Beister, Öztürk, Musculus und Krempicki. Diese Partie bleibt aber auch in Erinnerung, weil sie das bis heute letzte Spiel der Uerdinger im heimischen Grotenburg-Stadion war.
Das letzte Aufeinandertreffen war das Endspiel um den Niederrheinpokal am 25. Mai 2019 in Wuppertal. Als Drittligist war der KFC Favorit gegen den Regionalligisten Wuppertal. Dennoch ging der WSV bereits in der 7. Minute durch den Ex-Uerdinger Silvio Pagano mit 1:0 in Führung. Nach Zuspiel von Osawe sorgte der Schweizer Rodriguez in der 19. Minute für den 1:1-Ausgleich. Wuppertal hielt die Partie lange offen, doch Osawe erzielte nach einer schönen Einzelaktion den 2:1-Siegtreffer für die Uerdinger.
Durch den Gewinn des Landespokals qualifizierte sich der KFC damals für den DFB-Pokal und traf dort in der 1. Runde auf Borussia Dortmund.