KFC Uerdingen: Warum Uerdingens Torjäger Aigner ein mulmiges Gefühl hat

KFC Uerdingen : Stefan Aigner hat ein mulmiges Gefühl

Der 30 Jahre alte Torjäger Stefan Aigner kommt am Sonntag nach Hause - in seine Heimatstadt München, die er vor einem Jahr nach dem Abstieg verlassen hat. Und er muss gegen seinen Lieblingsverein spielen, gegen den TSV 1860.

Er ist ein „Sechzger“ durch und durch. Vor drei Jahrzehnten kam Stefan Aigner in München zur Welt und er liebt diese Stadt. „Man ist schnell in den Bergen“, sagt der begeisterte Ski- und Motorradfahrer. Lieblingsorte hat er in der Bayerischen Metropole eine ganze Reihe. „In der Innenstadt oder an der Isar“, sagt er. Und der TSV 1860, das ist sein Verein. Bei den Münchner Löwen hat er vom fünften Lebensjahr an gespielt. Besonders gern erinnert er sich an die Zeit unter Trainer Reiner Maurer: „Da sind wir um ein Haar aufgestiegen und dann Sechster geworden.“ Mit 19 Jahren wechselte er zu Wacker Burghausen. Er war auch in Bielefeld und Frankfurt, doch ist er immer wieder zu den Blauen zurückgekehrt.

Im vergangenen Sommer hat er seiner großen Liebe den Rücken gekehrt – nach dem Abstieg aus der zweiten Liga. Der hat ihm das Herz gebrochen. „Natürlich hat das Spuren hinterlassen“, sagt er stockend. „Der Stachel sitzt extrem tief.“ Mehr will er dazu nicht sagen, muss er auch nicht, denn man spürt, dass diese Wunde noch immer nicht ganz verheilt ist. Ein wenig Balsam war, dass der Traditionsverein nach dem Zwangsabstieg in die vierte Liga vor wenigen Wochen wieder aufgestiegen ist. „Das hat mich riesig gefreut“, sagt Aigner. So kommt es am Sonntag (13 Uhr) zum Duell der Aufsteiger zwischen dem TSV 1860 und dem KFC Uerdingen.

Doch von Vorfreude keine Spur. „Ich habe ein mulmiges Gefühl“, sagt Aigner. „Ich weiß nicht, was mich dort erwartet. Aber ich werde 90 Minuten alles geben, um die drei Punkte zu holen.“ Dass ein langjähriger Profi, das sagt, ist weniger bemerkenswert als vielmehr die Tatsache, dass ein Routinier, der 126 Bundesliga- und 148 Zweitligaspiele absolviert hat, nicht aalglatt und abgeklärt ist, sondern derartige Gefühle äußert.

Aigner dohoam – wie wird das wohl? Es ist überhaupt erst das dritte Mal, dass er gegen die Löwen antritt. „Bisher nur zwei Mal mit Burghausen, aber das war anders als jetzt. Damals war ich noch jung. Ansonsten bin ich immer dran vorbei gekommen.“ Zwölf Jahre ist es her, in beiden Begegnungen verlor Aigner gegen seinen TSV – 0:2 und 1:5.

Am Sonntag kehrt er nun erstmals wieder zurück in das Stadion an der Grünwalder Straße. Seine Familie wird auf der Tribüne sitzen, wie immer, denn sie hat Dauerkarten.

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