1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

KFC Uerdingen: Warum sich der KFC zum umstrittenen Thema Geisterspiele nicht äußert

Geisterspiele oder Saisonabbruch : Die 3. Liga steht vor einer Zerreißprobe

Soll die Fußballsaison zu Ende gespielt werden? Darüber tobt nun ein erbitterter Streit. Der DFB ist deshalb verärgert. Einigkeit herrscht, dass eine Zweiteilung kein Thema ist. Warum sich der KFC Uerdingen dazu nicht äußert.

Die gemeinsame Erklärung, die alle 20 Vereine der 3. Liga gemeinsam mit dem Deutschen Fußball Bund (DFB) am 9. April abgegeben hatten, ist Makulatur. Dort hatten sich alle Beteiligten darauf geeinigt: „Ziel der 3. Liga ist weiterhin, die Saison 2019/20 fortzusetzen und zu einem sportlichen Ende zu bringen.“ Entscheidend seien jedoch, so heißt es in der Erklärung weiter, die politischen und behördlichen Vorgaben sowie der Gesundheitsschutz. Doch inzwischen tobt ein heftiger Streit in der Liga: Saison abbrechen oder zu Ende spielen?

Acht Drittligisten haben sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen: Waldhof Mannheim, Hallescher FC, 1. FC Magdeburg, Carl Zeiss Jena, Chemnitzer FC, Preußen Münster, FSV Zwickau und Sonnenhof Großaspach. Sie schlagen vor, dass die derzeit ersten drei Mannschaften der Tabelle aufsteigen und kein Verein absteigt. Die Liga solle in der kommenden Saison zudem mit den Tabellenersten der fünf Regionalligen aufgestockt werden.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass von dieser Regelung eben jene Vereine profitieren würden: sieben in der Art, dass sie trotz akuter Abstiegsgefahr die Klasse halten würden, Mannheim in der Form, dass dem Klub der Aufstieg quasi am Grünen Tisch beschert würde. Dass die Fortsetzung der Saison ohne Zuschauer für die Vereine wirtschaftlich eine Herkulesaufgabe wäre, die den einen oder anderen möglicherweise überfordern würde, ist richtig. Derweil ruft der Verweis auf die Gesundheit und Gesellschaft einen äußerst faden Beigeschmack hervor. Da ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass die Vereine, die ansonsten kräftig im Fußballgeschäft mitmischen, sich die Politik zu nutze machen wollen.

Aber es gibt auch Gegenwind. So haben sich alle fünf bayerischen Vereine – TSV 1860 München, SpVgg Unterhaching, Würzburger Kickers, FC Ingolstadt und FC Bayern München II – deutlich für eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen. „Nur wenn die Saison zu Ende gespielt wird, gibt es ein sportlich faires Endergebnis“, sagt Unterhachings Präsident Manfred Schwabl. Und Michael Henke, Sportchef in Ingolstadt, warnt, im Falle eines Abbruchs sei aus seiner Sicht die Liga kaputt. Unterstützung bekommen die Bayern von Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig. Keine Frage, diese Vereine hegen noch berechtigte Aufstiegshoffnungen.

Und was ist eigentlich mit dem KFC Uerdingen? „Wir halten uns an die mit dem DFB und den Managern der Vereine getroffene Vereinbarung“, sagt KFC-Geschäftsführer Frank Strüver. Demnach soll das Thema intern diskutiert und dann gemeinsam eine Entscheidung getroffen werden. Entsprechend zurückhaltend sind auch die Reaktionen beim MSV Duisburg, dem 1. FC Kaiserslautern oder Viktoria Köln, wo seit Tagen wieder trainiert wird.

Dass der DFB über den in aller Öffentlichkeit nun ausgetragenen Streit nicht amüsiert ist, lässt DFB-Vize Peter Frymuth durchblicken. „Ich hoffe nur, dass, nachdem man einmal so einen kleinen Boxring aufgebaut hat, man wieder zur Normalität zurückkehrt und in die Zukunft blickt“, sagte er im Interview der ARD-Sportschau.

Eine klare Absage gibt es für die vom Regionalligisten SV Elversberg ins Spiel gebrachte zweigleisige 3. Liga. Es sei noch nicht lange her, so Frymuth, dass sich alle Vereine und der DFB einmütig für die Eingleisigkeit ausgesprochen hätten, und zwar dauerhaft. Damit ist der bizarre Vorschlag vom Tisch und wieder dort, wo er herkam: in der Mottenkiste.