Kommentar Ein Pyrrhussieg – nichts anderes

Krefeld · Die drohende Insolvenz beim KFC Uerdingen ist zunächst einmal abgewendet, der sportliche Aufstieg kann mit einem Sieg gegen Schonnebeck gefeiert werden. Doch viele Fragen und Probleme beim Verein bleiben.

Der aktuelle Vorstand des KFC Uerdingen. Foto: Benjamin Weßling

Der aktuelle Vorstand des KFC Uerdingen. Foto: Benjamin Weßling

Foto: KFC

Der KFC Uerdingen läuft derzeit sogar dem sich seit Wochen auf Trainersuche befindenden FC Bayern München den Rang als FC Hollywood und dem seit Jahren klammen FC Schalke 04 den Rang als Skandalnudel ab. Die Situation des Pokalsiegers von 1985 ist kaum in Worte zu fassen: von verblendet über ignorant bis bitter und verantwortungslos.

Die nüchternen Fakten: Das Amt des Vorsitzenden Christian Gummert ruht, weil er in Untersuchungshaft sitzt; die weiteren Vorstandsmitglieder Sebastian Thißen, Andreas Scholten und Marcel Brauner kämpfen – aber weniger für den Verein, als vielmehr für sich. Der Vorstand und Finanzexperte Bernd Limberg sowie weitere Freunden des Vereins wurden ausgegrenzt und mundtot gemacht, ihnen Kanäle und Zugänge gesperrt. Langjährige Sponsoren haben sich aufgrund der chaotischen Führung zurückgezogen. Aber: Thißen, Scholten und Brauner wollen keine Insolvenz beantragen, sondern mit den kurzfristig fehlenden 80.000 Euro die Saison zu Ende bringen und den Aufstieg in die Regionalliga feiern. Dann läuft ihre Amtszeit ab.

Was mit den Verbindlichkeiten in Höhe von weit mehr als eine Million Euro geschieht, interessiert sie dann nicht mehr. Der Verein ist dann in der Regionalliga an Verträge gebunden, steht ohne Mannschaft und Geld da, ohne Vorstand und Verwaltungsrat. Das ist verantwortungslos.

Der einzige Ausweg: Der Verwaltungsrat findet einen Investor oder potenten Geldgeber. Drei dieser windigen Typen haben in dieser Saison zum Debakel beigetragen. Und ausgerechnet jetzt soll es besser werden?

Thomas Schulze

(ths)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort