KFC Uerdingen: Vor 40 Jahren stiegt der FC Bayer 05 Uerdingen wieder in die Bundesliga auf

Vor 40 Jahren : Wie Bayer 05 Uerdingen wieder in die Bundesliga aufgestiegen ist

Am Donnerstag ist es 40 Jahre her, dass der FC Bayer 05 Uerdingen zum zweiten Mal den Sprung in die Fußball-Bundesliga schaffte. Nach dem 1:1 im Hinspiel der Aufstiegsrelegation gegen Bayreuth hieß es in der Grotenburg vor 23.000 Zuschauern 2:1.

Wirft man einen Blick auf den Kopf des Briefpapiers des KFC Uerdingen werden dort unter anderem 14 Jahre Erstligazugehörigkeit und nicht weniger als fünf Aufstiege in die Bundesliga gerühmt. Der zweite dieser fünf jährt sich am Donnerstag zum 40sten Mal. Es war keine einfache Saison, die Spielzeit 78/79. Uerdingens Trainer Siegfried Melzig überwarf sich mit Teilen der Mannschaft, die suspendiert wurden, ehe dann doch Melzig durch den früheren Italien-Profi Horst Buhtz († 2015) als Trainer ersetzt wurde. Dieser führte die Mannschaft hinter Leverkusen auf den zweiten Platz der Zweiten Liga Nord. Lohn war die Aufstiegsrelegation gegen den Südzweiten, die Spielvereinigung Bayreuth.

Am 14. Juni 1979 standen sich beide Mannschaften zum Hinspiel in der Wagnerstadt gegenüber. Schnell haderten die Gastgeber mit Schiedsrichter Luca, der ihnen einen Treffer zur 1:0 Führung aberkannte, da der Ball zuvor die Grundlinie überschritten haben soll. „Nein, hatte er nicht, am Donnerstag, nach 40 Jahren kann ich das ja zugeben“, sagt Uerdingens Kapitän Paul Hahn. „Der Lange (Gemeint ist Torwart Manfred Kroke) hat einfach die Hand gehoben und der Schiedsrichter abgepfiffen.“ Kurze Zeit später ging Bayreuth durch einen von Manfred Größler verwandelten Foulelfmeter mit 1:0 in Führung (24.). Eine Führung, die Michael van de Loo mit einer Bogenlampe noch vor der Pause egalisierte (33.). Insgesamt war es ein für die Uerdinger glückliches Remis, was auch der seinerzeitige Uerdinger Spieler und heutige Trainer von Fortuna Düsseldorf, Friedhelm Funkel nach einem Moment des Nachdenkens bestätigt. „Wann war das? 1979, Mensch, das ist ja schon 40 Jahre her“, sind die ersten Worte des am Donnerstag 65-jährigen. Dann aber folgen messerscharfe Analysen. „Ein knappes Ding, 1:1 und 2:1, anders als bei unserem ersten Aufstieg 1975 gegen Pirmasens. Diese Spiele endeten 4:4 und 6:0. Besonders das 1:1 im Hinspiel in Bayreuth ist mir doch als sehr glücklich in Erinnerung“, sagt Funkel. Ihn kann man getrost als Rekordhalter für Aufstiege in die Bundesliga bezeichnen. Zweimal als Spieler – 75 und 79 mit Uerdingen – dazu sechs Aufstiege als Trainer – wiederum zweimal mit Uerdingen, dazu mit Duisburg, Frankfurt, Köln und Düsseldorf schmücken seine Vita.

23.000 Zuschauer füllten die Ränge der Grotenburg zum Rückspiel am 20. Juni 1979. Und wiederum waren es die Gastgeber, die in Führung gingen. Franz Raschid († 2010) war mit einem schönen Fallrückzieher (22.) erfolgreich. Doch Postwendend glich Bayreuth durch Herbert Horn aus (24.) Zehn Minuten vor dem Abpfiff haderten die Bayreuther abermals mit dem Schiedsrichter, der diesmal Horstmann hieß. Bei einen Luftzweikampf zwischen Bayreuths Mogens Hansen und Uerdingens Norbert Brinkmann im Strafraum wollen die Bayreuther ein elfmeterreifes Einsteigen erkannt haben. „Bei einem solchen Zweikampf bewegen beide Spieler – natürlich – auch ihre Arme“, ist sich der Uerdinger Abwehrrecke auch vierzig Jahre später keiner Schuld bewusst. Und fast im Gegenzug (84.) macht sich Willi Götz im Uerdinger Fußballhimmel unsterblich. Mit einem Sonntagsschuss trifft er in den Torwinkel zum 2:1 Endstand.

Uerdingen blieb danach zwei Jahre in der Bundesliga ehe 1981 der zweite Abstieg folgte. In Bayreuth denkt man in diesen Tagen auch oft zurück und sagt, was wäre wenn. Wie damals in Uerdingen waren die Spieler Feierabendprofis. „Wahrscheinlich wären wir schon nach einem Jahr wieder abgestiegen. Aber ein Jahr Bundesliga wäre schon ein Erlebnis gewesen“, sagt Bayreuths Spieler Rolf Kaul. am Donnerstag spielt Bayreuth viertklassig in der Regionalliga Süd, Uerdingen seit einem Jahr wieder in der 3. Liga.

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