KFC Uerdingen verspielt in Überzahl Führung gegen Spitzenreiter Eintracht Braunschweig

Abstiegsplatz : Uerdingen verspielt Sieg in Überzahl

Der KFC Uerdingen verliert nach einer Führung in Überzahl gegen Spitzenreiter Eintracht Braunschweig. Assani Lukimya bringt den KFC in Führung, Yari Otto und Danilo Wiebe drehen die Partie. Der Niedersachse Marc Pfitzner sieht nach einer Stunde Rot.

Der vom KFC erhoffte Befreiungsschlag ist ausgeblieben. Mehr noch, die Uerdinger boten erneut eine schwache und ideenlose Vorstellung, erspielten sich keine Chancen und waren im Angriff harmlos. Dass sie dann eine Führung in Überzahl aus der Hand gaben, ist umso bitterer. Die Mannschaft von Heiko Vogel ist nun seit sechs Spielen ohne Sieg. Das Team liegt nun zwölf Punkte hinter dem Spitzenreiter.

Der KFC musste weiterhin auf die verletzten Dennis Daube (Innenbandriss), Osayamen Osawe (muskuläre Probleme), Adam Matuschyk (Aufbautraining), Andreas Maxsö (Zerrung in der Hüfte) sowie den gesperrten Kevin Großkreutz verzichten. Ob Trainer Heiko Vogel die Anfangsformation für einen von ihnen geändert hätte? Trotz der mageren Ausbeute von drei Punkten aus den zurückliegenden fünf sieglosen Spielen änderte er seine Startelf erneut nicht. Er steht hinter seiner Mannschaft, lobt sie und verspürt trotz der Misserfolge keinerlei Druck.

Die Fans aber sind gefrustet und rücken vom KFC ab. Als die Mannschaft den Rasen betrat, war der Applaus der Treuen ebenso spärlich wie die Kulisse. Anfeuerungsrufe blieben aus. Ganz anders bei den Niedersachsen. „Eintracht“, hallte es durch das leere Rund der Merkur Spiel-Arena.

Die Ausgangslage war somit klar. Der KFC musste gewinnen, die Eintracht wollte die Tabellenführung der Dritten Liga zurück erobern, die sie über Nach an Halle verloren hatte. Dazu genügte ihr ein Unentschieden. Entsprechend machten die Gastgeber das Spiel und versuchten durch lange Ballstafetten Sicherheit zu erlangen. Es dauerte eine Viertelstunde, bis sie erstmals vor das Braunschweiger Tor kamen. Nach einer Flanke von Roberto Rodriguez bekam Torjäger Adriano Grimaldi aber nicht den gewünschten und benötigten Druck hinter den Kopfball. Fünf Minuten später wurden die Uerdinger klassisch ausgekontert, doch Marcel Bär scheiterte an Torhüter Lukas Königshofer. Und er musste vor der Pause noch einmal retten, als Assani Lukimya gegen Nick Proschwitz alt aussah.

Einen Tiefschlag aber mussten die Uerdinger verkraften: In der 28. Minute verletzte sich Grimaldi erneut. Bei einem Sprint erlitt er zumindest einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel, womöglich aber eine schwerere Verletzung, denn er wurde vom Feld getragen. Genaueres müssen die Untersuchungen ergeben. Für ihn kam Selim Gündüz, während Franck Evina in die Spitze vorrückte.

Nach dem Wechsel waren die Platzherren weiterhin optisch überlegen, doch um in Führung zu gehen, bedurfte es einer Standardsituation. Einen Freistoß von Rodriguez köpfte Lukimya in der 53. Minute zur Führung ein. Jetzt musste die Eintracht auch etwas für das Spiel tun, worauf sie bis zum Rückstand verzichtet hatte. Der zur Halbzeit eingewechselte Marc Pfitzner übertrieb es und sah in der 60. Minute nach einer rüden Attacke gegen Rodriguez im Mittelfeld die Rote Karte.

Doch die Uerdinger wussten ihre numerische Überzahl nicht zu nutzen, sondern kassierten in der 72. Minute durch den eingewechselten Yari Otto den Ausgleich. Die Uerdinger waren in der Folge überlegen, doch kamen sie nicht zu Chancen. Stattdessen bewahrte sie Torhüter Königshofer mit einer exzellenten Parade zunächst vor einer möglichen Niederlage. Verhindern konnte er sie jedoch nicht, denn in der 82. Minute war er bei einem abgefälschten Schuss von Danilo Wiebe machtlos.

Der Sieg der Gäste war aufgrund ihrer Effizienz und ihrer Zielstrebgkeit nicht unverdient.

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