KFC Uerdingen verliert in Kaiserslautern 0:2

3. Liga : Uerdingen verliert in Kaiserslautern

Der KFC Uerdingen hat das Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern 0:2 verloren. Ein fragwürdiger Elfmeter brachte die Krefelder in Rückstand.

All das, was nicht passieren sollte, ist passiert. Auf dem zumindest früher gefürchteten Betzenberg ist schon manch zweifelhafter Elfmeter für die Roten Teufel gepfiffen worden. Das war auch diesmal so. Aber nicht nur das erinnerte an frühere Zeiten.

So flimmerte eine Stunde vor dem Anpfiff in den Räumlichkeiten des Fritz-Walter Stadions nicht etwa Zweitligafußball live auf den Bildschirmen, was angesichts einer Partie wie Kiel gegen Köln auch nicht schlechter Fußball gewesen wäre, sondern noch einmal das 7:1 von Eintracht Frankfurt gegen Fortuna Düsseldorf vom Vortag. Die erste Liga ist in Kaiserslautern immer noch die Klasse, an der sie sich orientieren. Dabei sind die Roten Teufel erstmals in der Drittklassigkeit versunken, und ob sie daraus schnell wieder aufsteigen, ist ungewiss.

Uerdingens Trainer Stefan Krämer hatte mit zwei Ausnahmen jene Anfangsformation aufgeboten, die zuletzt Jena mit 2:1 besiegt hatte: Für Maurice Litka, der im Training einen Kapselriss im Sprunggelenk erlitt, kehrte Christian Dorda auf den Platz zurück, der zuletzt krankheitsbedingt pausiert hatte. Und in René Vollath, der wegen einer Sehnenreizung zuletzt nicht zwischen den Pfosten stand, war die Nummer eins des KFC wieder dabei.

Krämer hatte angekündigt, die Gastgeber nicht ins Spiel kommen lassen zu wollen. „Wir müssen vermeiden, dass sie mit der Kulisse im Rücken eine offensive Wucht entfalten“, hatte er gefordert. Das gelang auch recht gut, denn die Pfälzer mussten 25 Minuten auf ihre erste Chance warten. Nach einem Ballverlust von Connor Krempicki stand Timmy Thiele allein vor Torhüter Vollath, der die Ruhe bewahrte und parierte. Fünf Minuten später hatte Thiele seine zweite Möglichkeit nach einem Ballverlust von Konrad und Öztürk im Mittelfeld, doch dieser und ein weiterer Schuss des Stürmers 60 Sekunden später gingen am Tor vorbei.

Um in Führung zu gehen, benötigten die Roten Teufel die Hilfe von Schiedsrichter Lasse Koslowski. Der gab einen Elfmeter, obwohl höchstwahrscheinlich kein Foul vorlag. Thiele hob über den lange vor ihm liegenden Christopher Schorch ab. Theodor Bergmann nahm das Geschenk dankend an und brachte den FCK in der 43. Minute in Führung. „Der Schiedsrichter hat keine Zeitlupe und muss sofort entscheiden, da kann das passieren“, nahm KFC-Geschäftsführer Niko Weinhart den Unparteiischen in Schutz. Die Führung war nicht unverdient, wie sie zustande kam, jedoch schmeichelhaft.

Krämer reagierte sofort und brachte nach der Pause die offensiveren Maximilian Beister und Johannes Dörfler für Chssa und Krempicki. Doch bevor die Gäste gefährlich nach vorne kommen konnten, musste sie den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Nach schwacher Kopfballabwehr von Öztürk traf Christoph Hemlein mit einem sehenswerten Schuss aus 20 Metern. Zehn Minuten nach Wiederbeginn war das Konzept erneut dahin. Dass die Gäste in der Schlussphase gute Chancen durch Aigner, Beister und Kefkir nicht nutzten, passte ins Bild.

Die 0:2 (0:1)-Niederlage der Uerdinger war verdient. Die Mannschaft leistete sich zu viele Ballverluste im Mittelfeld und tat viel zu wenig für die Offensive. Die knapp 2.000 mitgereisten Fans waren enttäuscht, aber nicht sauer. Die Mannschaft genießt dank ihrer seit Monaten insgesamt sehr guten Leistungen Kredit, zumal der Aufsteiger auch nach der Niederlage in der Spitzengruppe bleibt. Zu den positiven Aspekten zählt zudem, dass Ali Ibrahimaj nach einem Meniskusanriss in der Schlussviertelstunde sein Comeback feierte.

Kaiserslautern Hesl - Schad, Hainault, Kraus, Sternberg - Bergmann (87. Albaek), Löhmannsröben - Zuck (76. Fechner), Biada, Hemlein (82. Kühlwetter) - Thiele. - Trainer: Frontzeck

Uerdingen Vollath - Großkreutz (79. Ibrahimaj), Schorch, Maroh, Dorda - Konrad, Öztürk - Kefkir, Krempicki (46. Beister), Chessa (46. Dörfler) - Aigner. - Trainer: Krämer

Schiedsrichter Lasse Koslowski (Berlin)

Tore 1:0 Bergmann (43., Foulelfmeter), 2:0 Hemlein (56.)

Zuschauer 21.176

Gelbe Karten Bergmann - Kefkir, Dörfler, Konrad