KFC Uerdingen: Über allem steht das gemeinsame Ziel

KFC Uerdingen: Über allem steht das gemeinsame Ziel

Nach diesem Motto arbeitet Stefan Reisinger. Er kam als Co-Trainer von Michael Wiesinger zum KFC Uerdingen, arbeitet jetzt mit Stefan Krämer zusammen und erklärt, warum er seine Zukunft nicht plant.

Das Training war vorbei, als Stefan Reisinger der Schreck in die Glieder fuhr. „Meine Kette ist weg“, sagte er. Es beagnn eine Suchaktion auf dem Rasen des Trainingsplatzes in Belek, an der sich das gesamte Trainerteam beteiligte. Wie konnte das nur passieren? „Als Khalil Mohammad verletzt ausfiel, fehlte einer, da hab ich mitgespielt“, erklärt Reisinger, für den das normal ist. Der ehemalige Bundesliga-Torjäger mischt immer noch gerne mit. Dabei hat er seine Karriere, die ihn unter anderem zum TSV 1860 München, Fürth, Freiburg und zu Fortuna Düsseldorf führte, im Sommer 2015 beendet.

Danach arbeitete er zunächst im Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Unterhaching. Als er bei Michael Wiesinger, dem Trainer des SV Eversberg Anfang 2017 hospitieren wollte, fragte dieser ihn, ob er nicht sein Co-Trainer werden wolle. Die beiden hatten gemeinsam für Wacker Burghausen gespielt. Ein halbes Jahr später kamen die beiden dann zum KFC Uerdingen. Im März 2018 trennten sich ihre Wege wieder, denn Wiesinger wurde entlassen. „Das war damals für das gesamte Trainerteam ein Schock“, gesteht Reisinger rückblickend. „Schließlich waren wir Zweiter.“ Und natürlich musste er auch um seinen Job bangen, denn oft bringen die Trainer ihre Assistenten mit, wenn sie zu einem neuen Verein kommen.

In Uerdingen war das nicht der Fall. Präsident Mikhail Ponomarev fragte den neuen Trainer Stefan Krämer, ob er sich vorstellen könne, mit dem Trainerteam zusamen zu arbeiten. Es begann eine vierwöchige Probezeit. „Natürlich muss man gucken, ob man von den fußballerischen Ideen her und menschlich zusammen passt“, sagt Krämer. „Aber ich hatte schon nach zwei Wochen ein gutes Gefühl. Stefan ist sehr fleißig und wissbegierig, und menschlich passt es auch. Hinzu kam, dass die guten Ergebnisse diesen Prozess vereinfacht haben.“

Reisinger fiel die Umstellung nicht schwer. „Es sind natürlich zwei sehr unterschiedliche Typen“, sagt er. „Aber mit seiner freundlichen Art gewinnt Stefan einen schnell. Da geht man gerne zur Arbeit. Und er hat gemerkt, dass er sich auf mich verlassen kann, denn über allem steht ein gemeinsames Ziel: Wir wollen Erfolg haben.“

Der ist derzeit gegeben, weshalb die Arbeit Spaß macht. Aber auch die vielfältigen Tätigkeiten reizen Reisinger. „Trainingsplanung, Organisation, Ablauf, Videonanalyse – es ist extrem viel. Die Arbeit als Trainer ist extrem umfangreich. Als Spieler hat man es da viel besser, man geht nur auf den Platz und spielt.“

Ob Reisinger, der demnächst seinen Fußballlehrer absolvieren möchte, eines Tages als Cheftrainer arbeitet, ist ungewiss. Auch eine Aufgabe im Management kann er sich vrstellen, schließlich hat er seinen Bachelor in BWL Finanzmanagement gemacht. Doch zunächst einmal will er mit dem KFC aufsteigen. „Und im Fußball ist Zukunftsplanung nahezu unmöglich. Dazu geht alles viel zu schnell.“

Es dauerte schon ein paar Minuten, ehe die silberne Kette mit dem Kreuz, die der ehemalige Mininstrant Reisinger trägt, auf dem dichten Grün in Belek wieder gefunden wurde – Teamarbeit des Trainerstabs.

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