KFC Uerdingen: Trainer Stefan Krämer stellt sich vor sein Team

Dritte Liga : KFC-Trainer Krämer stellt sich vor sein Team

Der Trainer des KFC Uerdingen behauptet, er habe falsche Personalentscheidungen getroffen. Doch bei genauerer Betrachtung lag es nicht an seinen Entscheidungen, sondern am Personal.

Die Zuhörer staunten nicht schlecht, als Stefan Krämer in seiner Analyse nach der 0:2-Niederlage auf dem Betzenberg in Kaiserslautern sich als den Schuldigen ausmache. „Das war keine gute Leistung von uns“, sagte der Trainer des KFC Uerdingen. „Das war eine verdiente Niederlage, die überwiegend auf meine Kappe geht, weil ich bei der Aufstellung, im Nachhinein betrachtet, ein bisschen daneben gelegen habe. Auch die beiden Aus- beziehungsweise Einwechslungen waren nicht die richtigen. Das ärgert mich natürlich extrem.“

Ein solches Statement eines Trainers gibt es nicht allzu häufig zu hören. Es stimmt nachdenklich und wirft einige Fragen auf, denn schließlich stand nicht der Trainer auf dem Platz, sondern seine Mannschaft. Warum nimmt er die Niederlage auf seine Kappe? Was hätte er im Vorfeld anders machen müssen? Wen hätte er aufstellen sollen und wen nicht?

Ohne konkret zu werden – seit einiger Zeit äußern sich die Trainer ja nicht mehr über die Leistungen einzelner Spieler, sondern überlassen das den weniger geschulten Zuschauern – , hat Krämer doch einige versteckte Hinweise gegeben.

Relativ einfach ist das noch bezüglich der Einwechslungen zur Pause. Da hat er allerdings nichts verraten, denn dass Maximilian Beister und Johannes Dörfler nicht zum erhofften Umschwung beitrugen, war allzu offensichtlich. Das Leichtgewicht Dörfler lag mehr auf dem Rasen als ihm lieb war. Ihm gelang es nicht, mit seiner Schnelligkeit in die Räume vorzudringen, in denen es für den Gegner gefährlich geworden wäre. Und was ist nur mit Maximilian Beister los? Der Torjäger, der den KFC aus der Regionalliga in die Dritte Liga schoss, ist völlig außer Form. Es war geradezu bemitleidenswert wie er den Ball aus 22 Metern nahezu ebenso hoch über das Tor des 1. FC Kaiserslautern schoss. Ihm gelingt in diesen Wochen immer weniger. Und es deutet derzeit nur wenig darauf hin, dass er die mentale Kraft aufbringt, kurzfristig für die persönliche Wende zu sorgen.

Schwieriger zu deuten ist Krämers Behauptung, er habe bei der Aufstellung daneben gelegen. Dass er den noch angeschlagenen René Vollath ins Tor beorderte, war richtig, denn der 22 Jahre alte Robin Benz hatte zuletzt nicht jene Ruhe und Sicherheit ausgestrahlt, der es in der hitzigen Atmosphäe auf dem Betzenberg bedurfte.

Allerdings gelang es weder den Abwehrspielern, noch den Sechsern für eine sichere Spieleröffnung zu sorgen. Im Gegenteil, viel zu viele Bälle gingen bereits im Aufbau verloren, was zweierlei bewirkte: Dem KFC mangelte es an Sicherheit und Struktur, der FCK hingegen kam schnell in die dann offenen Räume.

Dass Connor Krempicki einen gebrauchten Tag erwischt hatte, war offensichtlich. Selten hat der Blondschopf derart unglücklich agiert. So war seine Auswechslung nicht nur nachvollziehbar, sondern geradezu geboten. Anders verhielt es sich bei Dennis Cehssa, was Krämer auch einräumte: „Ihn habe ich nicht wegen seiner Leistung raus genommen, sondern weil ich offensiver spielen und auf den Ausgleich drängen wollte.“

So durften Tanju Öztürk und Manuel Konrad auf dem Feld bleiben, denen jedoch auch nicht viel gelang. Vor allem Öztürk mangelte es an Ballsicherheit und der gewohnten Zweikampfstärke. Und in der Spitze war Stefan Aigner auf sich allein gestellt. Ihm fehlten Mitspieler, sofern der Ball überhaupt mal nach vorne kam. Nie zuvor hatten die Fans in dieser Saison so harmlose Uerdinger gesehen, die tatsächlich 70 Minuten benötigten, um mal gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Bei allem Respekt: Mit einer veränderten Aufstellung wäre es an diesem Tag kaum getan gewesen. Es war eine Frage der Einstellung und Qualität, nicht der des Personals.

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