KFC Uerdingen: Trainer Norbert Meier weiß über jeden Spieler ziemlich viel

KFC Uerdingens neuer Trainer : Meier verblüfft mit Wissen über jeden Spieler

Norbert Meier würde gerne mit dem KFC gegen Fortuna spielen - in der Bundesliga. Der neue Trainer des KFC Uerdingen verblüfft nicht nur mit dieser kleinen Träumerei, sondern auch mit seinem enormen Wissen über jeden einzelnen seiner neuen Spieler.

Es ist 15.30 Uhr, als Norbert Meier den Presseraum in der Grotenburg-Kampfbahn betritt. Eine Uhrzeit, die für Fußballfreunde von großer symbolischer Bedeutung ist. Es ist die traditionelle Bundesliga-Anstoßzeit. Absichtlich gewählt ist sie nicht, vielmehr hat es sich so ergeben, nachdem Meier den Tag zuvor mit seinem Trainerteam beisammen gesessen hat. Die Erkenntnisse, mit denen der neue Trainer des KFC Uerdingen verblüfft, kann er aber unmöglich in ein paar Stunden gesammelt haben. Nein, mit diesem ungeheuren Wissen über jeden einzelnen Spieler hat er auch den KFC-Präsidenten Mikhail Ponomarev schon verblüfft. Meier habe den Job bekommen „aufgrund seiner Vita, seiner Erfolge und weil wir in eine Richtung marschieren. Aber es hat mich auch überrascht, was er alles wusste, nicht nur die Namen der Spieler.“

Meier weiß aber auch noch nicht alles. „Als heute morgen mein Telefon ging und da Fisch stand, wusste ich nicht, wer das ist“, gesteht er. Jetzt weiß er es: Kevin Großkreutz. Der Weltmeister von 2014 hat am Montag seine Freundin geheiratet. „Er war schon etwas nervös. Ich habe ihm natürlich gratuliert und alles Gute gewünscht“, berichtet Meier. „Und dann habe ich ihm gesagt: Ab Dienstag denkst Du wieder an Fußball.“

Norbert Meier als Trainer des KFC Uerdingen vorgestellt

Am Dienstag wird der Trainer die Spieler erstmals um sich scharen. Er wird mit ihnen aber nicht nur auf dem Trainingsplatz arbeiten, sondern vor allem mit ihnen sprechen. „Ich muss die Mannschaft wieder aufbauen“, sagt er. „Sie hat jetzt drei Mal verloren, und wir haben es hier zu allererst mit Menschen zu tun.“

Mensch Meier, 60 Jahre alt, aber noch voller Elan und Ehrgeiz. „Ich hatte genügend Zeit, zu regenerieren“, sagt er. „Die Akkus sind jetzt wieder aufgeladen. Ich brenne auf diese Aufgabe.“ Jetzt gehe es in einem ersten Schritt darum, die Mannschaft zu stabilisieren. Trotzdem bleibt der Aufstieg in die Zweite Liga das Ziel. „Aber zunächst konzentrieren wir uns auf das Heimspiel gegen den Mitaufsteiger 1860 München am Samstag.“

Aber dann gestattete sich Meier doch einen kurzen Moment zu träumen. „Natürlich würde ich gerne eines Tages mit dem KFC gegen Fortuna spielen“, sagt er. „Aber nur in der ersten Liga. Ich möchte nämlich nicht, dass die Fortuna absteigt. Gegen einen Bundesliga-Aufstieg der Uerdinger hätte ich nichts einzuwenden.“

Auch KFC-Präsident Ponomarev hat den Aufstieg noch nicht abgeschrieben. „Wir haben schon in dieser Saison die Chance“, sagt er. „Aber selbst wenn es diesmal nicht klappen sollte, wird uns das nicht umbringen. Wir werden weiter dafür arbeiten und es auch schaffen.“

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