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KFC Uerdingen: Torhüter René Vollaths war schon ausgemustert und gibt Comeback

Torhüter war schon ausgemustert : René Vollaths überraschendes Comeback beim KFC

Der 30 Jahre alte Torhüter des KFC war schon ausgemustert, jetzt hat er sich mit zwei guten Leistungen zurückgemeldet. Sogar eine Vertragsverlängerung erscheint möglich, zumal Präsident Ponomarev auf Kontinuität setzt.

Vier Punkte aus den zwei Begegnungen nach der Corona-Zwangspause hat der KFC Uerdingen geholt. Dem 2:1-Sieg in Mannheim nach starker Leistung folgte ein torloses Remis gegen Meppen nach einem mäßigen Auftritt. Dennoch ist die Zufriedenheit im Lager der Blau-Roten derzeit groß, denn der Rückstand auf einen Aufstiegsplatz beträgt neun Spieltage vor dem Saisonende gerade einmal vier Punkte.

Der große Gewinner nach den beiden Begegnungen ist ausgerechnet René Vollath. Das ist eine faustdicke Überraschung, aber nicht etwa, weil man ihm diese Leistungen nicht zugetraut hätte, sondern aufgrund des Saisonverlaufs, der für den Schlussmann überaus bitter war.

Als im Mai vorigen Jahres nämlich Heiko Vogel an der Grotenburg das Amt des Trainers übernahm, entschied er sich für eine neue Nummer eins und lockte Lukas Königshofer von Unterhaching nach Krefeld. Zugleich wurde Vollath nahe gelegt, sich trotz noch laufenden Vertrags nach einem neuen Verein umzusehen. Dem Wunsch kam Vollath nicht nach, er blieb beim KFC.

Allerdings gingen beide Seiten er mit der Entscheidung professionell um. Vollath trainierte, als sei nichts gewesen und ließ sich trotz der großen Enttäuschung nicht hängen. An den Trainingstagen stand er auf dem Platz, an den Spieltagen saß er auf der Tribüne, weil als Nummer zwei aufgrund der U23-Regel der aus Ingolstadt geholte Philipp Bachmeier Platz nahm.

Vollath kam zwar nicht zum Einsatz, bewies aber dass er über eine für einen Torhüter besonders wichtige Eigenschaft verfügt: Nervenstärke. Seine Geduld wurde unmittelbar vor dem Spiel in Mannheim belohnt, wobei er von Königshofers Pech profitierte. Der Österreicher prallte im Training mit Franck Evina unglücklich zusammen und erlitt einen Bluterguss, der einen Einsatz verhinderte. Jetzt schlug die Stunde von Vollath, was wiederum unproblematisch war, weil im März Stefan Krämer das Traineramt übernommen hat. Er kennt Vollath noch aus dem Aufstiegsjahr und hegte ihm gegenüber keine Bedenken.

Seine Nominierung rechtfertigte Vollath durch zwei überzeugende, souveräne Leistungen. Auch bei hohen Bällen wirkte er konzentriert und sicher, was früher nicht immer hundertprozentig der Fall gewesen war. Inzwischen scheint es sogar denkbar, dass Vollath trotz auslaufenden Vertrags über das Saisonende hinaus bei den Uerdingern bleibt. „Ich kann nur meine Leistung bringen und ich denke, die hat jetzt zwei Mal gepasst“, sagt er. „Alles andere wird sich zeigen.“

Ausgeschlossen ist das auch deshalb nicht, weil Präsident Mikhail Ponomarev kürzlich in der Kabine war und den Spielern versichert hat, dass jene, deren Verträge auslaufen durchaus eine Chance haben, zu bleiben, sofern die Leistung stimmt. Christian Dorda, Adam Matuschyk und auch Co-Trainer Stefan Reisinger sollen kurz vor einer Vertragsverlängerung stehen.

Keine Chance hat hingegen Selim Gündüz, dem nach eigenen Angaben jedoch Angebote anderer Vereine vorliegen sollen.