KFC Uerdingen: Torhüter Königshofer patzt, die Spitze bleibt stumpf

Königshofer ungewohnt zaghaft : Abstimmungsprobleme beim KFC Uerdingen

Durch ein Abstimmungsproblem gerät der KFC Uerdingen in Rückstand und bringt nicht die notwendige Durchschlagskraft in der Offensive auf, um beim MSV Duisburg zu punkten.

Lukas Königshofer ist die Nummer eins beim KFC Uerdingen. Da hatte sich der ehemalige Trainer Heiko Vogel klar positioniert und dem Torhüter, der im Sommer von der SpVgg Unterhaching geholt wurde, den Rücken gestärkt. Und Königshofer hat den Vorschusslorbeeren gute, teils hervorragende Leistungen folgen lassen. Aber wie das so ist: Patzt der Torhüter mal, so hat das oft schwerwiegende Folgen. So war es im Siel beim MSV Duisburg. Bei einer Flanke ging Jan Kirchhoff zum Kopfball, der über den heraus eilenden Königshofer verlängert wurde. Der Ball kam zum frei stehenden Lukas Daschner, der zum 1:0 falch ins Eck traf. Ein Tor aus heiterem Himmel, aber ein richtungweisendes.

„Wir waren sehr gut im Spiel, sind dann aber durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten“, sagte Trainer Daniel Steuernagel, ohne einen Namen zu nennen. Das brauchte er auch nicht, denn unter Fußballern gilt die ungeschriebene Regel: Wenn der Torhüter raus kommt, muss er den Ball haben. „Wir haben heute mehr Fehler gemacht und Duisburg hat die Qualität, um da auszunutzen“, sagte der Keeper, ebenfalls ohne sich oder andere an den Pranger zu stellen. Auch Kirchhoff nahm keine Schuldzuweisung vor: „Ich musste zum Ball gehen, dann ist er durch gerutscht.“

Beim zweiten Gegentreffer war Königshofer machtlos. Leroy Mickels traf mit einem sehenswerten Schuss genau in den Winkel. So herrlich das Tor auch war, es ärgerte Steuernagel: „Das macht er übrragend, aber wir hatten das vorher angesprochen, dass Mickels nach innen zieht und mit seinem starken rechten Fuß schießt.“

Wenngleich Königshofer den Führungstreffer auf seine Kappe nehmen muss, so hat er nicht das Spiel verloren. Vielmehr ist es dem KFC nicht gelungen, aus seiner optischen Überlegenheit auch Kapital zu schlagen. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Teamchef Stefan Reisinger. „Sie hat das gar nicht so schlecht gemacht. Aber wir haben heute Abschlussqualität vermissen lassen.“ Dabei hatten er und Steuernagel nach der Pause alle offensiven Kräfte mobilisiert und auf den Platz gebracht.

Beim Tabellenführer 2:0 zu verlieren, der zudem die beste Heimbilanz und stärkste Offensive hat und dabei über 90 Minuten gleichwertig zu sein, das ist sicherlich kein Beinbruch, das darf aber auch kein Trost sein oder gar zur Schönrederei verleiten. Entsprechend nüchtern wurde die Niederlage eingeschätzt. „Es war heute kein Rückschritt“, sagte Steuernagel, der sogleich nach vorne blickte. „Es ist der Vorteil eines Spiels am Montagabend, dass es schon in fünf Tagen weiter geht. Da wollen wir gegen den 1. FC Kaiserslautern ein gutes Heimspiel machen und den nächsten Dreier einfahren.“

Auch Kapitän Jan Kirchhoff blickte in die Zukunft, aber sogar bis zur Winterpause. „Wir haben beim Tabellenführer 0:2 verloren. Jetzt wollen wir die nächsten Spiele gewinnen, und dann machen wir einen Strich unter die Hinrunde und schauen, wo wir stehen.“

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