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KFC Uerdingen: Teamchef Stefan Reisinger hat Kevin Großkreutz und Selim Gündüz nicht aussortiert

Beim KFC Uerdingen zählt nur Leistung : Großkreutz und Gündüz nicht aussortiert

Vor dem Spiel in Braunschweig setzt sich Teamchef Stefan Reisinger gegen Kritik zur Wehr. Es gebe keine aussortierten Spieler, es gehe kommunikativ und sehr human zu. Das einzige Kriterium sei Leistung.

In jeder Mannschaft gibt es unzufriedene Spieler. Und je größer der Kader ist, desto mehr unzufriedene gibt es. Das sind nämlich all jene, die auf der Bank oder sogar auf der Tribüne sitzen. Und das ist bei einer Mannschaft, die in der Champions League spielt, nicht anders als bei einer in der Dritten Liga. Und seit es die so genannten sozialen Netzwerke gibt, kann jeder in aller Öffentlichkeit seinem Unmut Luft machen. Unvergessen ist die Aktion von Lisa Müller. Als ihr Mann Thomas bei Bayern München unter Trainer Nico Kovac nur zweite Wahl war und spät eingewechselt wurde, postete sie in Richtung Coach: „Mehr als 70 Minuten, bis der mal ‚n Geistesblitz hat.“

Auch beim KFC Uerdingen gibt es Spieler, die nicht wie gewünscht zum Zug kommen. Zu ihnen gehören Kevin Großkreutz und Selim Gündüz. In den vergangenen Tagen sorgten die beiden dennoch für Schlagzeilen. Ihr Heimatblatt „Reviersport“  warf sich zunächst für den Dortmunder Großkreutz ins Zeug. Der Umgang des KFC Uerdingen mit Großkreutz sei unwürdig, hieß es dort. Und nun machen sie sich für den ehemaligen Bochumer Selim Gündüz stark. Auch er sei aussortiert, werde gesondert behandelt, habe seit der Entlassung von Trainer Heiko Vogel nicht mehr gespielt.

„Ich verstehe die Unzufriedenheit, aber es bringt nichts, über die sozialen Medien oder sonst wie zu klagen, sondern die Spieler müssen liefern“, sagt Stefan Reisinger, der Teamchef des KFC, der die Vorwürfe energisch zurück weist. „Bei uns ist keiner abgestempelt oder aussortiert. Alle sind im Training, niemand wird ausgegrenzt.“ Trainer Daniel Steuernagel ergänzt die Aussage mit einigen Beispielen aus der Trainingswoche und sagt: „Außerdem schießen bei uns die Spieler nicht die Torhüter warm.“

Mit Blick auf die Offensivmisere – der KFC hat den drittschwächsten Angriff der Liga – sagt Reisinger: „Wir sehen die Spieler jeden Tag im Training. Und auch dort schießen sie kein Loch ins Netz. Wir wären doch froh, wenn das anders wäre. Dann würden wir sie natürlich bringen. Und jeder hat seine Chance.“ Gündüz habe sie auch gehabt, als Vogel nicht mehr da gewesen sei: „Selim hat in Meppen und gegen Magdeburg gespielt, und er konnte sich auch in Testspielen zeigen.“ Allerdings ist die Wahrnehmung der Spieler, Trainer  und Zuschauer oft recht unterschiedlich.

Auch was den Umgang mit den Spielern angeht, weist Reisinger die Kritik zurück. „Es geht nirgends so human, ja fast nett, zu, wie beim KFC. Wir haben so viele Gespräche geführt, da braucht sich wirklich niemand beschweren“, sagt er und verweist auf seine 96 Bundesliga und 209 Zweitligaspiele. „Ich weiß  wirklich, wovon ich rede.“

Nach der 0:2-Pleite gegen Münster wird es im Uerdinger Kader „auf jeden Fall Veränderungen geben“, so Steuernagel. „Das war vorne nicht gut, also müssen wir was verändern.“ Selim Gündüz wird aber nicht in den Kader rücken – aus sportlichen Gründen. Gut möglich, dass auch Tom Boere eine Pause bekommt. Der Niederländer ist seit dem Jahreswechsel völlig außer Form. Sein Vertrag läuft aus. „Deshalb müsste er sich umso mehr rein hängen“, sagt Reisinger.