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KFC Uerdingen steht ohne Athletiktrainer Ruben Solis da

Vor dem Gastspiel beim FC Bayern II : KFC Uerdingen steht ohne Athletiktrainer Ruben Solis da

Beim Gastspiel in München dürfte sich das aber noch nicht auf die Leistung der Uerdinger auswirken. Viel schlimmer sind die Trainingsbedingungen. Trainer Stefan Krämer spricht von Deutschlands schlechtestem Fußballplatz. Der Umzug nach Lotte soll so gut wie feststehen.

Seit Dienstag hat Claus-Peter Kruth beim KFC Uerdingen das Sagen. Der promovierte Jurist der Kanzlei Andres und Partner wurde vom Amtsgericht Krefeld zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er sichtet nun aber nicht nur die Unterlagen, sondern entscheidet auch, ob und wofür noch Geld gezahlt wird. Auf die sportlichen Abläufe hat das eigentlich wenig Einfluss. So wird die Mannschaft nach dem Training am Samstag Morgen den Bus in Richtung München besteigen; sie wird wieder im Hotel Limmerhof in Taufkirchen übernachten und am Sonntag um 13 Uhr im Stadion an der Grünwalder Straße gegen den FC Bayern München II antreten.

Für einen aber hat sich alles geändert: Ruben Solis. Der Athletiktrainer ist angestellt beim Personal Trainer Team Agosport in Köln. Aufgrund von Zahlungsrückständen hat die Firma ihren Mitarbeiter aus Uerdingen abgezogen. „Es ist schade, dass er nicht mehr dabei ist“, sagt Trainer Stefan Krämer, der wie die Spieler beim KFC angestellt ist und in den nächsten drei Monaten Insolvenzgeldzahlungen von der Agentur für Arbeit erhält. Die sind bei rund 6.700 Euro monatlich gedeckelt, was die Top-Verdiener schmerzt, aber gerade den jungen Spielern hilft, um die laufenden Kosten wie die Miete zum Beispiel zu begleichen.

Ruben Solis, der im September 2019 zum KFC kam, war für den körperlichen Fitness-Zustand der Mannschaft verantwortlich. „Er hat viel dazu beigetragen, dass die Spieler in einer Top-Verfassung waren“, sagt Krämer. „Deshalb ist das ein herber Verlust, den wir intern auffangen müssen.“ Vor allem Co-Trainer Stefan Reisinger und der Videoanalyst Jens Tiesler sollen dabei helfen.

Kurzfristig dürfte sich das Fehlen von Ruben Solis allerdings noch nicht auf die körperliche Verfassung der Spieler auswirken. Da stellt sich schon eher die Frage, wie sie die zehntägige Quarantäne und dreiwöchige Spielpause verkraftet haben. „Ich denke, das haben sie gut weggesteckt“, sagt Krämer. „Wir haben am Montag und Dienstag sehr hart trainiert. Deshalb hatten die Spieler auch am Mittwoch noch mal einen Tag frei. Wir dürfen auch nicht zu viel machen und müssen das angesichts des Mammutprogramms der nächsten drei Monate gut dosieren.“

Die Trainingsmöglichkeiten sind jedoch auch extrem eingeschränkt, weil die Platzverhältnisse am Löschenhofweg kein professionelles Training zulassen. „Ich glaube nicht, dass es in Deutschland einen Fußballplatz gibt, der schlechter ist als unserer“, moniert der Coach. Dabei geht sein Blick auf den nur wenige Meter entfernten neuen Kunstrasen, den der KFC aber aufgrund des Mietvertrags mit dem SC Bayer 05 Uerdingen nicht nutzen darf.

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So wurden die Spieler im Training nur etwas bewegt und Standardsituationen geübt, bei denen der Ball in der Luft ist. „Die Vorbereitung fand großteils an der Tafel und per Video statt“, so Krämer. „Ich will keine Alibis aufbauen, aber ein Vorteil ist das natürlich auch nicht. Trotzdem sind wir konkurrenzfähig. Gegen uns gewinnt keiner im Vorbeigehen. Dazu ist die Mannschaft zu gut, dazu haben die Spieler zu viel Mentalität.“

Bis auf den gesperrten Christian Dorda und die Langzeitverletzten Jan Kirchhoff und Osayamen Osawe sind in München alle Spieler einsatzfähig.

Am Rande: Nach RP-Informationen stehen die Uerdinger kurz vor dem Abschluss, eine Spielstätte für die künftigen Heimspiele fix zu machen. Der Umzug ins gut 170 Kilometer von Krefeld entfernt liegende Lotte soll offenbar bald perfekt gemacht werden.