KFC Uerdingen: Stefan Krämer freut sich auf Wiedersehen in Cottbus

Der KFC zu Gast in der Lausitz : Uerdingens Trainer hat Cottbus in bester Erinnerung

Sowohl Uerdingens Trainer Stefan Krämer, als auch Christopher Schorch sind voll des Lobes für Cottbus. Nicht nur der Verein, auch die Stadt in der Lausitz habe zu Unrecht kein gutes Image. Am Samstag ist der KFC zu Besuch.

In Cottbus ist es kalt und regnerisch, die Fans sind ruppig, die Stadt herunter gekommen, die Gegend unwirtlich – so oder ähnlich klingen die Vorurteile über die Stadt in der Lausitz. Maximilian Beister formuliert es wertfrei: „Ich war noch nie in Cottbus, aber an einem Herbsttag ist das bestimmt speziell.“

Zwei andere Uerdinger waren schon dort und widersprechen all dem, was landauf, landab fabuliert wird, ziemlich energisch. Für Trainer Stefan Krämer und Kapitän Christopher Schorch ist die Begegnung mit dem KFC Uerdingen am Samstag (14 Uhr) bei Energie Cottbus somit auch eine Reise in die Vergangenheit.

„Das ist für mich schon ein besonderes Spiel“, sagt der Coach. „Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt, im Verein, aber auch in der Stadt. Der Region wird zu Unrecht oft ein negatives Image nachgesagt.“ Krämer freut sich darauf, viele zu treffen, mit denen er in der Saison 2014/15 dort gearbeitet hat. Mit seinem, wenn auch nicht direkten, Nachfolger Pele Wollitz verbindet ihn mehreres. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, sind zwei emotionale Typen und mit Herzblut dabei. Das wird an der Linien bestimmt ganz lustig.“

An Pele Wollitz hat Christopher Schorch weniger gute Erinnerungen. Der Verteidiger spielte gleich zwei Mal für den FC Energie 2011/12 und 2015/16. „Es ist eine sehr schöne Stadt und ich mag die Fans dort“, sagt Schorch. „Ich wäre dort nie weggegangen.“ Doch Wollitz wollte nach dem Abstieg in die Regionalliga einen Schnitt machen und ein neues Team aufbauen. Schorch musste gehen, obwohl die Fans sogar Unterschriften für seinen Verbleib gesammelten hatten.

Derweil nervt die unendliche Diskussion um die Regionalligareform nicht nur, sondern sie droht jetzt sogar zu skalieren. Der DFB findet einfach keine Lösung, die den Vereinen und Ligen gerecht wird. Das Problem: Es gibt fünf Regionalligen und derzeit vier Absteiger aus der Dritten Liga, somit nur vier Aufsteiger. „Eine Patentlösung habe ich auch nicht“, sagt KFC-Trainer Stefan Krämer. „Ich bin aber der Meinung, dass der Meister einer jeden Liga aufsteigen muss.“

Fünf Absteiger wären jedoch zu viel. Gegen die Neustrukturierung der Regionalligen auf vier Gruppen wehren sich jedoch einige Landesverbände. Daher überlegen die Drittligisten, ihr Zugeständnis in puncto Abstieg von drei auf vier, wieder rückgängig zu machen.

Derweil drohte DFB-Vize Rainer Koch, Präsident des bayerischen Landesverbandes, mit einer zweigleisigen Dritten Liga. Eine solche Teilung wird jedoch von den Vereinen jedoch rigoros abgelehnt, da sie für einige existenzbedrohlich wäre. Und die Vereine setzen gemeinschaftlich ein starkes Zeichen: Unter dem Motto „Stillstehen gegen den Stillstand“ werden alle Mannschaften nach dem Anpfiff der zehn Partien an diesem Wochenende für eine Minute die Füße stillhalten. Das kommt doch glatt einem Warnstreik gleich.

KFC-Trainer Krämer nimmt auch diese Aktion mit Humor: „Da hoffen wir mal, dass der Gegner auch die Füße still hält. Sonst wäre es doof.“

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