KFC Uerdingen: Stefan Effenberg als Trainer - passt das?

Drittligist sucht Trainer : KFC Uerdingen und Stefan Effenberg zögern noch

Der KFC Uerdingen sucht einen neuen Trainer. Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg ist ein Kandidat für den Job beim Drittligisten. Passt das überhaupt? Die Parteien zögern.

Mikhail Ponomarev ist Unternehmer, deshalb legt er auch großen Wert darauf, dass die Bilanz stimmt. Das war beim KFC Uerdingen nur bedingt der Fall. Platz vier ist für den mit prominenten Spielern wie Kevin Großkreutz, Dominic Maroh oder Stefan Aigner verstärkten Aufsteiger befriedigend, doch das ausgeglichene Torverhältnis und schon acht Niederlagen beunruhigten den 44 Jahre alten Russen. Nach zuletzt zwei deftigen Pleiten in Unterhaching (0:4) und gegen Würzburg (0:3) setzte er Trainer Stefan Krämer den Stuhl vor die Tür.

Ponomarev will mit aller Macht den Erfolg. Dafür greift er auch gerne mal tiefer in die Tasche und holt namhafte Persönlichkeiten zum KFC. Dass Stefan Effenberg am Sonntag  das Uerdinger Spiel in Ponomarevs Loge verfolgte, heizte die Spekulationen um eine mögliche Nachfolge an. Tatsächlich gibt es drei Gründe, warum Effenberg zu Gast gewesen sein könnte: Die offizielle Version des KFC lautet, dass er mit Geschäftsführer Niko Weinhart gut bekannt ist; Effenberg ist aber auch seit Dezember bei der Volks- und Raiffeisenbank Bad Salzungen als Berater angestellt und im Bereich Finanzierungen von Stadionumbauten tätig. Und eine solche Investition steht in Krefeld an, denn die altehrwürdige Grotenburg wollen Stadt und Verein gemeinsam für rund 40 Millionen Euro auf Zweitligaformat bringen. Und plötzlich ist auch noch der Trainerstuhl frei.

Aber da drängt sich die Frage auf, ob Ponomarev und Effenberg überhaupt zusammen passen? Für den ehemaligen Nationalspieler spricht, dass er eine schillernde Figur ist, die den KFC weiter ins Rampenlicht rücken würde. Allerdings hat Effenberg nur ein halbes Jahr lang als Trainer gearbeitet: Im Oktober 2015 übernahm er den Zweitligisten SC Paderborn, der auf Platz 15 stand; im März musste er den Klub wieder verlassen, der auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutscht war. Aus diesem Kurz-Engagement abzuleiten, ob Effenberg ein guter oder schlechter Trainer ist, wäre jedoch unseriös. Noch entscheidender dürfte die Frage sein, ob zwei solche Alpha-Tiere wie Ponomarev und Effenberg überhaupt zusammen arbeiten können? Ob das gemeinsame Ziel, unter allen Umständen Erfolg haben zu wollen, eine stabile Basis wäre? Wohlwissend, dass es für beide Seiten reizvoll, aber auch riskant ist, zögern sie, einander das Ja-Wort zu geben.

So wird der bisherige Co-Trainer Stefan Reisinger am Mittwoch das Training leiten. Vieles deutet auch darauf hin, dass der ehemalige Bundesliga-Torjäger des SC Freiburg und von Fortuna Düsseldorf auch am Samstag im Auswärtsspiel des KFC beim SV Meppen auf der Bank das Sagen hat.

(ths)
Mehr von RP ONLINE