KFC Uerdingen setzt im Aufstiegskampf auf eine stabile Abwehr

KFC Uerdingen : Stabile Abwehr ist die Basis des Erfolgs

Die Viererkette des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen steht dank erfahrener Spieler. Sie kann im Aufstiegskampf entscheidend sein. Zudem ist Kapitän Mario Erb jetzt auch wieder dabei.

Es gibt eine so genannte Weisheit, die beinahe jeder Fußballfreund kennt, die aber nur wenige erfreut: Der Angriff gewinnt das Spiel, die Abwehr die Meisterschaft.

Das, was in dieser Redewendung oft als Weisheit propagiert wird, ist nichts anderes als eine Erfahrung, die die Beobachter gemacht haben. Sie trägt keineswegs dazu bei, dass sich die Zuschauer eines Spiels erfreuen, denn die wollen schließlich Tore sehen – natürlich von ihrer Mannschaft. Und auch so mancher Fußballlehrer, der das Spiel liebt, tut sich mit dieser Weisheit schwer. Zum Beispiel Stefan Krämer, der Trainer des KFC Uerdingen. Er will begeisternden Offensivfußball, Tore, die die Fans erfreuen und natürlich Erfolg. So hat er, als er vor zehn Monaten kam, die Herzen der Fans im Sturm erobert, als er die Mannschaft mit der damals besten Abwehr der Regionalliga entfesselte und in Richtung Dritte Liga stürmen ließ.

Und in dieser Saison? Die Tabelle führt Osnabrück mit 15 Gegentoren vor Karlsruhe (20) und Uerdingen (23) an. Das Rennen um den Aufstieg in die Zweite Liga wird wahrscheinlich wieder durch die Abwehrreihen entschieden. Dabei haben die Uerdinger nicht die schlechtesten Aussichten. Bevor sie sich mit der verstörenden 0:4-Schlappe in Unterhaching in die Winterpause verabschiedet haben, hatten sie fünf Siege in Folge gefeiert – vier Mal 2:0 und einmal 2:1 gewonnen.

Engagiert auch im Testspiel: Der international erfahrene Uerdinger Kevin Grosskreutz ist vor Mats Moeller Daehli vom FC St. Pauli am Ball. Foto: Boehmer/Peter Boehmer

Im Testspiel beim FC St. Pauli, dem Tabellendritten der Zweiten Liga, blieb der KFC ohne Tor – im Angriff, aber auch in der Abwehr. Dort wurde eindrucksvoll die Erkenntnis der vergangenen Wochen und Monate untermauert, dass die Uerdinger Defensive immer stabiler wird. Über die Flügel ist die Abwehr des KFC kaum zu knacken, weil die Außenverteidiger Kevin Großkreutz und Christian Dorda ihre Seiten zu machen. Großkreutz lässt dabei seine internationale Erfahrung aufblitzen, wenn er gefordert wird. Stellungsspiel, Tempo und Zweikampfstärke zeichnen ihn dabei aus. Und Dorda ist die Zuverlässigkeit in Person. In der Zentrale steht Dominic Maroh, der nach einer Findungsphase unmittelbar nach seinem Wechsel im Herbst immer stärker geworden ist. Dabei wird seine Ruhe bei gegnerischer Ballführung als Segen, bei Ballgewinn jedoch manchmal auch als Fluch empfunden, wenn er das Spiel nach vorne nicht schnell macht, sondern den Ballbesitz genießt und die Mitspieler durchatmen lässt. „Defensiv stehen wir ausgezeichnet“, sagte Maroh nach dem Spiel am Millerntor. „Da profitieren wir von unserer Erfahrung und sind nur sehr schwer auszuspielen.“

Beim FC St. Pauli gehörte Kaptän Mario Erb zur Anfangsformation. Nach seiner dreimonatigen Verletzungspause zeigte er eine ordentliche Leistung. „Wir sind froh, dass er wieder dabei ist“, sagte Trainer Krämer. „Er ist der Kapitän der Mannschaft. Unser Ziel ist es, ihn Tag für Tag ein Stück näher an einen 90-Minuten-Einsatz heran zu führen.“ Aber auch Christopher Schorch und Robert Müller beweisen Tag für Tag, dass sie als Alternativen einsatzbereit sind.

Wenn die in der Vorbereitung gewonnenen Eindrücke nicht täuschen, dann steht die Abwehr des KFC. Das ist eine gute Voraussetzung, um den Kampf um den Aufstieg in die Zweite Liga zu gewinnen.

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