KFC Uerdingen: Selim Gündüz trifft beim 1:0-Sieg bei Borussia Dortmund U23

Gündüz erzielt das Tor des Tages : KFC gewinnt bei Dortmunds U23

Fußball-Drittligist KFC Uerdingen setzt sich im Testspiel gegen Borussia Dortmunds U23 verdient mit 1:0 durch. Auch die beiden A-Junioren Niklas Zaß und Mert Aflaz kommen zum Einsatz.

Wer vom alten Westfalenstadion durch Dortmund in Richtung Brackeler Feld fährt, bekommt einen Eindruck davon, welch wichtige Rolle der Fußball in der Stadt spielt. Vor vier, fünf Jahrzehnten definierte sich die westfälische Metropole noch als Bierstadt, heute nahezu ausschließlich über die Borussia – so wie am Niederrhein der Namensvetter Mönchengladbach. Und auch in Dortmund, wo schwarz-gelbe BVB-Fahnen mit dem Aufdruck „echte Liebe“ an den Laternenmasten hängen, weiß die Stadt genau, was sie an dem Fußballverein hat. Deshalb hat sie es auch ermöglicht, dass am Brackeler Feld ein imposantes Trainingsgelände entstanden ist und noch weiter wächst. Nach dem Vorbild von Manchester City gibt es dort nicht nur Natur- und Kunstrasenplätze, sondern auch ein kleines Stadion nebst Nachwuchshaus. Gebaut werden derzeit eine große Fußballhalle, Geschäftsstelle und Jugendhaus. Allein am Eingang wird auf rund 400 Quadratmetern ein neues Pförtnerhaus errichtet. All das ist nicht nur beeindruckend, sondern zeigt auch, was alles möglich ist.

Der KFC Uerdingen war sicherlich froh, dass er dort mal zu Gast sein durfte. Und während die Vereins-führung mit der ersten Garnitur angereist war – mit Präsident Mikhail Ponomarev, Geschäftsführer Niko Weinhart und Manager Stefan Effenberg –, trat die Mannschaft quasi mit der zweiten Garnitur an. Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel mussten personell taktieren, weil einige Spieler wie Jan Kirchhoff, Franck Evina, Osayamen Osawe, Manuel Konrad und Khalil Mohammad verletzungsbedingt ausfielen und am Mittwoch ein weiteres Testspiel beim Zweitligisten Arminia Bielefeld (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) ausgetragen wird. So verzichtete der KFC auf seine komplette Viererkette: Alexander Bittroff, Assani Lukimya, Dominic Maroh und Christian Dorda. Umso bemerkenswerter war, dass die Gäste ohne Gegentor blieben und gegen die Borussen kaum eine Chance zuließen.

In der Offensive führte die dritte Gelegenheit – zuvor war Tobias Rühle mit der Hacke gescheitert und Adriano Grimaldi geblockt worden – zum Erfolg. Präsident Ponomarev sah es kommen. „Make goal“, sagte er und ein, zwei Sekunden später zappelte der von Selim Gündüz geschossene Ball im Netz. Dass es das Tor des Tages blieb, war freilich auch der Abschlussschwäche des KFC geschuldet. Vor allem in der Schlussphase boten sich gute Kontermöglichkeiten, die Boubacar Barry und Niklas Zaß jedoch nicht nutzten. Da fehlten dem eingewechselten A-Junioren, der ziemlich schnell auf den Beinen ist und auf sich aufmerksam machte, im entscheidenden Moment noch Cleverness, Robustheit und Durchsetzungsvermögen.

Die Erkenntnisse des Testspiels: Kevin Großkreutz und Barry hinterließen auf der rechten Seite, über die fast alles lief, einen guten Eindruck; Hakim Guenouche wurde nach der Pause auf der linken Seite lebendiger; Patrick Pflücke präsentierte sich mit Licht und Schatten; und Adriano Grimaldi, der zeitweise verhungerte, benötigt nach seiner langen Verletzungspause Spielpraxis.

„Wir haben gewonnen und sind gut ins neue Jahr gekommen“, sagte Teamchef Stefan Reisinger. „Wir wollten unseren Rhythmus finden und ein Erfolgserlebnis.“ Das hatte auch Torschütze Selim Gündüz. „Das wird ihm gut tun“, meinte Trainer Daniel Steuernagel.