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KFC Uerdingen schrammt an der nächsten Blamage vorbei

4:1 n.V. bei SGE Bedburg-Hau : KFC Uerdingen schrammt an nächster Blamage vorbei

Nach einer katastrophalen Darbietung, einer Roten Karte und einem Rückstand zur Pause steigert sich der KFC Uerdingen und gewinnt beim Landesligisten SGE Bedburg-Hau im Niederrheinpokal mit 4:1 nach Verlängerung.

Der Pokal hat nicht nur seine eigenen Gesetze, wie die Fußballfreunde behaupten, sondern er bezieht auch seinen besonderen Reiz aus der Konstellation zwischen Klein und Groß, David und Goliath. In der zweiten Runde des Niederrheinpokals war es zum einen die Herausforderung des Landesligisten SGE Bedburg-Hau gegen den zwei Klassen höher spielenden Regionalligisten KFC Uerdingen, der die Zuschauer anlockte, zum anderen die Schwäche der Gäste. Die hatten vier Tage zuvor beim 0:11 gegen Rot-Weiss Essen ihr Waterloo erlebt, was die Hoffnung der Gastgeber auf eine mögliche Überraschung genährt hatte. Aber auch die Krefelder Anhänger wollten wissen, wie die Mannschaft dieses Debakel verdaut hat, welche Reaktion sie zeigt?

So waren 700 Zuschauer in die Getec-Arena nach Kleve gekommen, wo die Partie aus Sicherheitsgründen ausgetragen werden musste. Die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze hatte das Treffen aufgrund einiger Krefelder Krawallbrüder als Risikospiel eingestuft. Das wiederum trieb die Kosten in die Höhe, sodass für die beiden Vereine nicht allzu viel übrig blieb.

Die rund 150 KFC-Anhänger, die sich auf den Weg nach Kleve gemacht hatten, bekamen in der ersten Halbzeit ein Spiel auf ordentlichem Landesliga-Niveau zu sehen. Die Uerdinger waren zwar leicht überlegen, hatten mehr Ballbesitz, doch waren sie nicht in der Lage, gefährliche Aktionen zu kreieren. Und wenn Tom Fladung sich dann tatsächlich mal gegen zwei Kontrahenten durchgesetzt hatte, war sein Abschluss völlig harmlos – der Ball ging zwei Meter über das Tor. Als Luca Jensen, der erst vor wenigen Tagen vom 1. FC Kaiserslautern verpflichtet wurde, das Tor um rund zehn Meter verfehlte, gab es erstmals lautes Gelächter auf der Tribüne. Doch es kam noch schlimmer. Fünf Minuten vor der Pause wurde Erdinc Karakas wegen Nachtretens des Feldes verwiesen. Das sollte dem Außenseiter, der durchaus gleichwertig war, Auftrieb geben. Und tatsächlich gingen die Grün-Weißen Sekunden vor dem Pausenpfiff in Führung. Nach einem Pressschlag kam der Ball zu Falk Kersten, der allein vor KFC-Keeper Jonas Brendieck stand und sich die Chance nicht entgehen ließ.

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Die Uerdinger kamen etwas giftiger aus der Kabine und sendeten endlich ein Lebenszeichen. Das deutlich verbesserte Engagement wurde nach nur acht Minuten durch ein schönes Tor von Tom Fladung belohnt. Nach dem Ausgleich drängte der KFC in Unterzahl auf die Führung, und endlich war auch ein Klassenunterschied zu sehen. Endlich gab es Chancen, doch im Strafraum mangelte es an Quantität und Qualität. So blieb es beim 1:1 und die Zuschauer kamen in den Genuss einer Verlängerung.

Die Uerdinger erhöhten den Druck, so dass die Gastgeber nicht mehr über die Mittellinie kamen. In der 103. Minute lag der Ball dann endlich im Kasten. Nach einer Hereingabe von Leon Augusto war Charles Atsina zur Stelle und erzielte das erlösende 2:1. Welch eine Freude bei den Spielern auf dem Feld und auf der KFC-Bank! Welch eine Last fiel da ab! Und das gleiche Bild bot sich dann noch einmal in der 116. Minute, als Leon Augusto den dritten Treffer erzielte. Kurz vor dem Ende traf erneut Atsina zum Endstand.