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KFC Uerdingen: Raths kritisiert Voigt und die Spieler

Krise beim Oberligisten : Vereinsboss Raths kritisiert Trainer Voigt und die Spieler

Nicht nur die Fans, auch der Vorsitzende des KFC Uerdingen ist mit den Leistungen und der Punktausbeute unzufrieden. Dem Spiel am Samstag gegen den Meisterschaftsfavoriten SSVg Velbert kommt höchste Bedeutung zu.

Es ist Mitte September, es sind in den verschiedenen Fußball-Ligen erst sechs, sieben oder acht Spieltage absolviert; die Saison ist also noch recht jung. Trotzdem liegen bei einigen Vereinen nicht nur die Nerven blank, sondern sie haben auch schon Konsequenzen aus dem unbefriedigenden Auftakt gezogen. Getroffen hat es nicht nur relativ unbekannte Trainer in kleinen Vereinen, sondern auch namhafte, erfolgreiche Übungsleiter wie Thomas Tuchel beim FC Chelsea, Domenico Tedesco bei RB Leipzig oder Thomas Reis beim VfL Bochum. Die Trainer stehen natürlich zuvorderst in der Kritik, wenn es nicht läuft.

Das ist beim KFC Uerdingen nicht anders. Mit 16 Punkten aus acht Spielen ist die Bilanz nicht schlecht, doch der Trend zeigt nach unten. Aus den zurückliegenden vier Begegnungen holte der Regionalliga-Absteiger nur vier Zähler bei 8:10 Tore. Und in den kommenden Wochen treffen die Blau-Roten auf die Top-Mannschaften der Oberliga: Samstag (17 Uhr) auf die SSVg Velbert, dann auf den TSV Meerbusch, VfB Homberg, Schwarz-Weiß Essen und den VfB Hilden.

Es sind aber nicht nur die Resultate, sondern auch die mäßigen Leistungen, die die Kritik hervor rufen. Dabei üben die Spieler harsche Selbstkritik. „Die Kritik der Fans bezüglich unseres Spiels ist zu hundert Prozent gerechtfertigt, weil wir nicht gut spielen“, sagte Torhüter Robin Udegbe nach dem mageren 2:2 beim SC St. Tönis. „Wir schaffen es nicht, Druck auf den Gegner auszuüben. Es ist einfach zu wenig, wir kommen nicht an unsere Leistungsgrenze.“

Alexander Lipinski, der beide Tore vorbereitete und seit Wochen einer der besten Akteur ist, sagte: „Wieder keine drei Punkte. Ich glaube, dass es heute an der Mentalität gefehlt hat, dass wir den unbedingten Willen nicht gezeigt haben, dass wir gewinnen wollten. Das ist wieder enttäuschend. Es war angesprochen, aber wir konnten es nicht umsetzen. Es ist enttäuschend.“

Die Fans kritisieren aber weniger die Einstellung als vielmehr ein Spielsystem und einen strukturierten Spielaufbau. Wenngleich die Mannschaft völlig neu zusammengestellt ist, so monieren sie, dass nach der längsten Vorbereitung aller Oberligisten nichts von einem Plan zu sehen sei. So gerät Trainer Alexander Voigt ins Zentrum der Kritik, was den bundesligaerfahrenen Ex-Profi sicher nicht verwundert.

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Wenngleich die Spieler auf dem Platz stehen und für die Leistungen verantwortlich sind, so bietet der Coach allerdings auch Angriffsfläche mit wöchentlichen Umstellungen und manchmal schwer nachvollziehbaren Einwechslungen. So mutet es geradezu verzweifelt an, zwei Minuten vor Schluss noch einen Stürmer einzuwechseln. Was die Umstellungen in der Abwehr betrifft, so hat Voigt angesichts der Verletzungen und Ausfälle von Leonel Kadiata und Babacar M’Bengue einiges probiert. Es ist ihm aber nicht gelungen, für Stabilität zu sorgen, auch weil im Mittelfeld nicht gut genug gearbeitet wurde.

Der Begegnung gegen Spitzenreiter und Top-Favorit SSVg Velbert kommt nun besondere Bedeutung zu. „Ein Entscheidungsspiel ist es nicht, weil die Saison noch lange geht, aber ein sehr, sehr wichtiges“, sagt der Vorsitzende Damien Raths. Auf die Frage, ob es ein Entscheidungsspiel für den Trainer sei, antwortete Raths: „Das will ich nicht behaupten, hängt aber auch von vielen Aspekten ab, wie das Spiel über die Bühne geht.“

Nicht nur die Fans sind mt der Performance unzufrieden, sondern auch der Vorsitzende. „Vom Papier her sind wir die stärkste Mannschaft der gesamten Liga“, sagt er. „Aber so wie wir spielen, sind wir weit davon weg. Das ist aber nicht nur ein Vorwurf an den Trainer, sondern betrifft die gesamte Mannschaft. Wir haben elf Spieler, die 700, 800 Regionalligaspiele haben, aber das sieht man nicht.“

Und der Verein leistet sich auch die teuerste Mannschaft der Liga, weshalb die Erwartungen und die Kritik berechtigt sind.