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KFC Uerdingen: Profifußball oder nicht? Mitglieder haben die Wahl

Kommentar : Mitglieder des KFC haben die Wahl

Mikhail Ponomarev, Präsident und Investor des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen, hat seinen Rückzug angekündigt. Neue Investoren stehen bereit. Der Wechsel soll von den Mitgliedern abgesegnet werden.

Trainerwechsel sind beinahe alltäglich, für Spielerwechsel wurden eigens Transferperioden geschaffen, die Wahl eines neuen Präsidenten ist nicht ungewöhnlich, ein Wechsel der Gesellschafter in der Wirtschaft ein normaler Vorgang, im Fußball im benachbarten Ausland ab und zu, im deutschen Fußball Neuland. Neues bereitet oft Angst, zumindest Unbehagen. Das ist im Fall des KFC Uerdingen jetzt nicht anders, der positiv ausgedrückt eine Vorreiterrolle einnimmt.

Mikhail Ponomarev bittet bei diesem Vorgang um die Zustimmung der Mitglieder. Prompt kommen die Miesmacher aus ihren Löchern, die behaupten, die Mitglieder hätten keine Wahl, sie müssten zustimmen, um ihren Verein zu retten. Richtig ist: sie werden gefragt, können zustimmen oder ablehnen. Das ist, trotz berechtigter Bedenken, zunächst einmal positiv und unterscheidet sich von den Vorgängen in der Wirtschaft, aber auch im Sport. Bei Karstadt/Galeria Kaufhof wurden die Angestellten nicht gefragt, ob sie einem Gesellschafterwechsel zustimmen; auch in anderen Sportarten, zum Beispiel im Eishockey, werden die Mitglieder dazu nicht gefragt.

Im deutschen Fußball haben die Mitglieder aufgrund der seit Jahren umstrittenen 50+1-Regel noch immer ein Mitspracherecht. Sie können wählen, ob ihr Verein dank eines Investors im Profibereich mitspielen soll oder nicht. Die überwiegende Mehrheit wünscht dies in den meisten Fällen, wobei Vereinsname oder Vereinsfarben tabu sind. Es gibt aber auch Fußballfreunde, die jegliche Kommerzialisierung ablehnen und sich vom Fußball auf hohem Niveau und Leistungssport verabschieden. Das ist legitim. Auf jeden Fall haben die Mitglieder des KFC Uerdingen die Wahl.