KFC Uerdingen präsentiert Königstransfer Jan Kirchhoff

28-jähriger Defensivspezialist : Uerdingens Königstransfer Jan Kirchhoff ist da

Der neue Abwehrspezialist des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen trainierte Donnerstag zum ersten Mal mit dem Team. Einige Mitspieler kennt er noch aus alten Zeiten. Möglicherweise ist er auch ein Kandidat für das Kapitäns-Amt.

„Sie wissen doch, wie überzeugend Heiko Vogel im Gespräch sein kann“, sagt Uerdingens aktueller Königstransfer Jan Kirchhoff leicht schmunzelnd auf die Frage, wie sein Wechsel nach Krefeld zustande kam. Beide kennen sich aus zeitgleichen Engagements beim FC Bayern München – der Spieler bei den Profis, der Trainer als Koordinator im Jugendbereich und Trainer der U23. „Als Rekonvaleszent habe ich sogar mal ein Spiel unter Vogel bei der U23 absolviert“, erinnert sich Kirchhoff, der am Donnerstag zum ersten Mal in der Grotenburg trainierte.

Der 1990 geborene Kirchhoff stammt aus Hessen, spielte in der Jugend bei Eintracht Frankfurt ehe er 2007 in Nachwuchsleistungszentrum von Mainz 05 wechselte. Dort schaffte der Defensivallrounder den Sprung in die erste Mannschaft und absolvierte für die Rheinhessen 58 Partien – die meisten unter Trainer Thomas Tuchel. 2013 wurden dann die großen Bayern auf den U21-Nationalspieler (18 Spiele, drei Tore) aufmerksam und gaben ihm einen Dreijahresvertrag. Trainiert wurde er von keinem geringerem als Pep Guardiola. „Ein phantastischer Mensch. Ich habe von ihm gelernt, ganz anders Fußball zu spielen“, schwärmt Kirchhoff noch heute von dem Katalanen. Allerdings reichte es bei den Bayern letztendlich zu nur acht Bundesligaeinsätzen. Es folgten Verletzungen, Ausleihen an den FC Schalke 04, den englischen Erstligisten AFC Sunderland. Zuletzt spielte Kirchhoff bei den Bolton Wanderes in England und dem 1. FC Magdeburg, mit dem er in die 3. Liga abstieg. „So laufen Fußballerkarrieren halt bisweilen“, sagt Kirchhoff und wie er das sagt, zeigt, dass er einen unverstellten Blick auf die glitzernde Welt des Profifußballs hat.

Dass bei solchen Stationen die 3. Liga nicht dauerhaft das Ziel sein kann, liegt auf der Hand. Also Aufstieg in die zweite Liga? „Natürlich spukt das herum, aber ich denke, dass es jetzt wichtig ist, dass wir erst einmal alle zusammen finden, einen Teamspirit bilden“, lenkt Kirchhoff den Blick auf das für ihn wesentliche. Im aktuellen Kader kennt Kirchhoff einige Spieler persönlich. Mit Kapitän Mario Erb und René Vollath hat er bei der U18-Nationalmannschaft zusammen gespielt, Adriano Grimaldi war sein Mannschaftskamerad in Mainz und mit Maximilian Beister verbinden ihn gemeinsame Einsätze in der U21. Kirchhoff, der erst vor wenigen Wochen geheiratet hat und noch im Hotel wohnt, plant so schnell wie möglich nach Krefeld zu ziehen. „Maxi Beister hat mir gesagt, dass es besonders rund um den Stadtwald und in Verberg sehr schön sein soll, und nah zur Trainingsstätte. Da sollten meine Frau und ich wohl was nettes finden“, freundet sich Kirchhoff schon einmal mit der Samt- und Seidenstadt an.

Und KFC-Cheftrainer Heiko Vogel mit seinem Wunsch- und wohl auch Führungsspieler. „ Mit Jan Kirchhoff wechselt ein toller Charakter und absoluter Schlüsselspieler zu uns, er wird das Team nochmal entscheidend verstärken und führen“, sagt er. Vielleicht löst Kirchhoff seinen ehemaligen U18-Teamkollegen Mario Erb bim KFC als Kapitän ab. „Mal sehen, was ich mache“, antwortete Vogel kürzlich, ob er den Kapitän seiner neuen Mannschaft bestimmt oder wählen lässt.

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