KFC Uerdingen ohne Mut und ohne Ideen

Negativserie ausgebaut : KFC ohne Mut und ohne Ideen

Die Uerdinger verlieren trotz Führung und Überzahl gegen Eintracht Braunschweig 1:2. Erneut ist das Team von Trainer Vogel überlegen, aber an Harmlosigkeit kaum zu überbieten. Aigner und Maxsö gehen, Grimaldi fällt lange aus.

Nach dem Schlusspfiff mussten die Spieler zunächst einmal in die Kabine. Dort wurde ihnen dann erklärt, wie das Spiel war. Anschließend durften sie das dann auch allen anderen erzählen. Das war zwar nicht völlig falsch, aber eben eine spezielle Sicht. Natürlich war der KFC überlegen – aber wie. Das Ballgeschiebe in den hinteren Reihen ist langweilig, manchmal gar unerträglich und erinnert geradezu zwangsweise an Altherrenfußball. Eine einzige Chance vor der Pause bekamen die treuen Fans zu sehen. Da bekam Adriano Grimaldi aber keinen Druck auf den Kopfball. Es war nicht sein Tag. Wenig später schied er schwer verletzt aus. Möglicherweise erlitt er bei einem Sprint einen Muskelbündelriss; wahrscheinlich ist das Jahr für ihn beendet.

Nach dem Wechsel ging der KFC überraschend in Führung. Nach einem Freistoß von Rodriguez war Lukimya mit dem Kopf zur Stelle. Als dann der Braunschweiger Pfitzner nach einer Stunde die Rote Karte sah, schien der KFC auf der Siegerstraße. Er schaltete einen Gang zurück und verlor das Spiel noch. Zwei Distanzschüsse, einer in den Winkel, ein weiterer abgefälscht, reichten der Eintracht zum Sieg.

„Wir hätten aufgrund der Leistung drei Punkte verdient gehabt“, meinte Trainer Heiko Vogel. „Aber wir sind nicht zielstrebig genug, spielen noch mal mit der Hacke, suchen noch mal den besser postierten Mann.“ Die Rote Karte sei für seine Mannschaft kontraproduktiv gewesen. „Die Führung und Überzahl hat meine Mannschaft narkotisiert.“

Es fehlt der Mannschaft derzeit an zu vielem: physisch an Kondition und Spritzigkeit, psychisch an Ideen, Mut, Zielstrebigkeit, Bissigkeit, Leidenschaft.

Kurz nach der Partie gab der Verein noch zwei personelle Entscheidungen bekannt. Der Vertrag von Stefan Aigner wurde in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Er wechselt zum Zweitligisten Wehen Wiesbaden. Auch Andreas Maxsö wird den KFC verlassen.

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