KFC Uerdingen: Nur Rene Vollath ist gesetzt

Vor Rückrunden-Start : Nur Vollath ist beim KFC Uerdingen gesetzt

Das zehntägige Trainingslager in der Türkei zeigt, dass die Uerdinger für den Kampf um den Aufstieg in die Zweite Liga gerüstet sind. Fast alle Positionen sind doppelt besetzt. Entsprechend groß ist der Konkurrenzkampf.

Zehn Tage lang hat der Fußball-Drittligist in der Türkei hart gearbeitet. „Ich bin mit der Intensität und Qualität restlos zufrieden“, sagt Trainer Stefan Krämer. Einziger Wermutstropfen sei die Verletzung von Khalil Mohammad gewesen. Ein MRT am Donnerstag wird zeigen, ob er einen Muskelfaserriss erlitten hat, dann müsste er noch zwei Wochen pausieren.

Drei Testspiele Es waren drei unterschiedliche Aufgaben, die der Mannschaft gestellt wurden, doch gerade deshalb aufschlussreich. Gegen Antalyaspor (2:1), Sechster der ersten türkischen Liga, zeigte der KFC eine fußballerisch sehr gute Leistung in einem allerdings nahezu körperlosen Spiel. Da blitzte die spielerische Klasse auf, über die die Uerdinger verfügen. Der AFC Dunarea Calarasi (1:1), ein rumänischer Erstligist, erwies sich als ein typischer Drittligist: körperlich robust, läuferisch gut, kampfstark. Da musste sich die Mannschaft mit müden Beinen durchbeißen. Der FC Zürich (1:3), Europa-League-Teilnehmer, paarte all jene Qualitäten, so dass der KFC eine Stunde lang eine sehr gute Leistung bot, dann aber den schwindenden Kräften Tribut zollen musste. Nach dem zehntägigen Trainingslager sind die einzelnen Mannschaftsteile so zu bewerten:

Tor: Das ist die einzige Position, über die sich Trainer Stefan Krämer kaum Gedanken machen muss. René Vollath ist als Nummer eins gesetzt. Der 28 Jahre alte, zweitligaerfahrene Torhüter ist allerdings konkurrenzlos. Robin Benz ist derzeit zu sehr mit sich und seinen Nerven beschäftigt, als dass er ein ernsthafter Konkurrent wäre. Und der 21 Jahre alte Tim Schneider entwickelt sich zwar, doch fehlt ihm die Erfahrung.

Abwehr: In der vergangenen Saison war die Innenverteidigung das Herzstück der starken Viererkette. Sie ist nun noch stärker geworden – vor allem zahlenmäßig. Denn Kapitän Mario Erb und Christopher Schorch sind in Dominic Maroh und Robert Müller zwei Konkurrenten erwachsen, die nicht nur Ansprüche anmelden, sondern sich auch durchsetzen können. Maroh ist die Nummer eins des Quartetts, dann scheint das Rennen ziemlich offen mit leichten Vorteilen für Erb. Hingegen scheinen sich Kevin Großkreutz und der starke Christian Dorda auf den hinteren Außenpositionen zunächst einmal festgespielt zu haben. Da wird es für Jan Holldack und Dennis Chessa schwer, vorbei zu kommen.

Mittelfeld: Da kebbeln sich einige um die Sechser- und Achter-Positionen. Tanju Öztürk und Manuel Konrad bieten sich als Sechser an, der wieder genesene Dennis Daube, Maurice Litka und Patrick Pflücke wollen Akzente im offensiven Mittelfeld setzen. Doch in dem von Trainer Stefan Krämer bevorzugten 4-3-3-System können nur drei von ihnen zum Einsatz kommen.

Angriff: Ähnlich groß ist die Konkurrenz in der vordersten Reihe. Stefan Aigner hat beste Chancen, in der Rückrunde endlich auf seiner rechten Außenbahn eingesetzt zu werden, da es dem schnellen Johannes Dörfler scheinbar an der notwendigen Galligkeit mangelt. Zugang Osayamen Osawe kann in der Spitze, aber auch Außen spielen. Maximilian Beister, der manchmal abtaucht, aber immer für eine spielentscheidende Aktion gut ist, könnte auf die linke Seite ausweichen, auf der jedoch Oguzhan Kefkir eine sehr ordentliche Hinrunde gespielt hat und als Linksaußen mit sechs Toren und drei Vorlagen einen sehr guten Leistungsnachweis erbracht hat.

Das meint Krämer: „Der Konkurrenzkampf ist groß, die Kameradschaft trotzdem sehr gut. Wir haben einen breiten Kader, in dem Härtefälle nicht nur normal, sondern erwünscht sind. Es kann sich keiner ein Urlaubssemester erlauben.“

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