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KFC Uerdingen nicht mehr lange oben ohne

Trikotsponsoring : KFC Uerdingen nicht mehr lange oben ohne

In der Dritten Liga sind die Uerdinger einer von zwei Vereinen, die zwei Wochen vor dem Meisterschaftsauftakt noch keinen Trikotsponsor präsentiert haben. Doch alles deutet darauf hin, dass sich das in Kürze ändert.

Fußball war mal ein Spiel, bei dem es darum ging, ein Tor mehr zu erzielen als der Gegner, um eine Begegnung zu gewinnen, um Meister zu werden. Das ist zwar heute auch noch der Fall, aber es bestehen berechtigte Zweifel daran, ob das noch das oberste Ziel ist.

Fußball ist heutzutage ein Geschäft, ein ziemlich großes sogar. Dabei geht es darum, möglichst viel Geld zu verdienen. Dazu wiederum benötigt ein Verein sportlichen Erfolg, denn dann steigt der Marktwert der Spieler. Während vor 60 oder 70 Jahren die Zuschauereinnahmen entscheidend waren, vor 30 Jahren die Sponsorengelder, so sind heute die Fernsehgelder eine entscheidende Größe. Das Erzielen von Transfererlösen hat sich inzwischen zu einem Geschäftsmodell entwickelt. Bayer Leverkusen freut sich in diesen Tagen darüber, dass der vom Verein ausgebildete Spieler für rund 100 Millionen Euro zum FC Chelsea wechselt.

In der Dritten Liga sind die Zuschauereinnahmen recht unterschiedlich, die Sponsoreneinnahmen wichtig, die Fernsehgelder mit rund einer Million Euro überschaubar. Der KFC Uerdingen, weder Zuschauerkrösus, noch mit lokalen Sponsoren gesegnet, ist ganz auf die Unterstützung des Investors Mikhail Ponomarev angewiesen, der seit vier Jahren den Verein finanziert. Bis vor zwei Jahren war dies auch auf der Brust zu sehen, denn dort zierte der Schriftzug von Energy Consulting das Trikot. In der vergangenen Spielzeit nutzte der städtische Energieversorger SWK die durch zahlreiche Fernsehübertragungen gegebene überregionale Werbemöglichkeit. Doch es ist ungewiss, ob die Zusammenarbeit zwischen der städtischen Tochter und dem Verein in der Weise nicht fortgeführt wird.

Unlängst hat das Internetportal Liga 3 online die Trikots der kommenden Saison von allen Fußball-Drittligisten präsentiert. Dabei stach ins Auge, dass lediglich die Hemden von zwei Vereinen noch auf der Brust blank waren: die des KFC Uerdingen und die der SpVgg Unterhaching.

Das beunruhigt einige Fans, die dies als wirtschaftliche Schwäche oder gar als Imageverlust deuten. Das kann, muss aber nicht der Fall sein. Ein Gegenbeispiel ist der FC Barcelona, der jahrelang mit blanker Brust auflief und damit seine wirtschaftliche Potenz dokumentierte, ehe er dort großzügig für Unicef warb.

Bei der börsennotierten Spielvereinigung in Bayern und den Uerdingern dürfte es eine Mischung beider Sachverhalte sein, wobei eines aber auch deutlich wird: Sie können den Druck gut aushalten und haben es nicht nötig, schnell einem Deal zu Konditionen zuzustimmen, die ihnen nicht genehm sind.

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