KFC Uerdingen nach 4:2 in Aalen so gut wie gerettet

KFC Uerdingen vor dem Klassenerhalt : Osawe trifft beim 4:2-Sieg in Aalen dreimal

Auch stark ersatzgeschwächt gewinnt der KFC Uerdingen beim Drittliga-Absteiger VfR Aalen mit 4:2. Osayamen Osawe erzielt drei Tore, den vierten von Roberto Rodriguez bereitet er vor.

Zwölf Grad, Regenschauer, Schmuddelwetter auf der Ostalb, aber glückselige Spieler und Fans: Dank eines 4:2 (1:0)-Erfolgs beim Absteiger VfR Aalen ist der Klassenerhalt des KFC Uerdingen so gut wie perfekt. Gründe des Erfolgs waren eine taktische Meisterleistung, eine deutliche Steigerung in puncto Laufbereitschaft, ein überragender Roberto Rodriguez, aber auch ein schwacher Gegner.

Trainer Frank Heinemann stand ein arg dezimierter Kader zur Verfügung, denn gleich zehn Spieler waren verletzt oder gesperrt: Dennis Daube (Patellasehne), Ali Ibrahimaj (Sehnenabrisss im Oberschenkel), Robin Udegbe (Schulteroperation), René Vollath (Innenbandriss), Khalil Mohammad (Jochbeinbruch), Adriano Grimaldi und Adam Matuschyk (beide Riss des Syndesmosebandes) sowie Stefan Aigner, Maximilian Beister und Manuel Konrad (alle gesperrt). Die Zehn würden eine Mannschaft bilden, die in der 3. Liga sicherlich eine ordentliche Rolle spielen würde.

Heinemann machte aus der misslichen Situation das Beste: Er nahm nicht nur personelle Änderungen vor, sondern stellte auch das System um: vom 4-3-3 auf ein 5-4-1. So bildeten erstmals Dominic Maroh, Mario Erb und Assani Lukymia eine Dreierkette, die in der Defensive mit den Außen Kevin Großkreutz und Christian Dorda zur Fünfer-Kette wurde. Heinemann wollte zunächst einmal die Defensive stabilisieren und dem VfR Aalen den Offensivschwung nehmen. Die Gastgeber mussten unbedingt gewinnen, um ihre allerletzte theoretische Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Und vorne lauerte Osayamen Osawe auf die Konterchance.

Das Konzept schien perfekt aufzugehen, denn bereits in der achten Minute lief Osawe allein auf das Aalener Tor zu, scheiterte jedoch an Torhüter Daniel Bernhardt. Drei Minuten später machte er es in einer schwierigeren Situation besser. Einen Freistoß von Roberto Rodriguez verlängerte Osawe per Kopf in den Winkel. Die Uerdinger präsentierten sich erheblich verbessert, kontrollierten das Spiel, konnten aber nicht frühzeitig das wahrscheinlich vorentscheidende zweite Tor erzielen. So ging es mit dem knappen Vorsprung in die Pause.

Nur 44 Sekunden nach Wiederbeginn klingelte es dann aber zum zweiten Mal. Osawe setzte sich außen durch, zog in die Mitte, spielte Doppelpass mit Maurice Litka und schloss zum 2:0 ab. Es war allerdings ein Weckruf für die Aalener, die nun mit dem Mut der Verzweiflung aufdrehten und bei einem Treffer ans Lattenkreuz Pech hatten. Doch in der 62. Minute wurden sie erneut ausgekontert. Den dritten Treffer bereitete Osawe vor und Roberto Rodriguez vollendete. Der Lohn für die nicht aufsteckenden Gastgeber war der Treffer durch Petar Sliskovic (71.). Als Niolas Sessa zehn Minuten vor dem Ende auf 2:3 verkürzte geriet der zuvor schon sicher geglaubte Sieg noch einmal in Gefahr. Dann traf Osawe in der Nachspielzeit zum dritten Mal.

Für die Uerdinger war es nach dem 3:1 in Lotte der zweite Auswärtssieg in Folge. Am kommenden Samstag erwarten sie Energie Cottbus.

Statistik:

Aalen: Bernhardt - Büyüksakarya, Schoppenhauer (69. Sarr), Rehfeldt, Funk (80. Amelhaf) - Geyer, Fennell - Schorr (46. Bühler), Sessa, Schnellbacher - Sliskovic. - Trainer: Schmitt

Uerdingen: Benz - Großkreutz, Lukimya, Maroh, Dorda - Krempicki, Erb - Litka (63. Kefkir), Pflücke, Rodriguez Araya (76. Bittroff) - Osawe. - Trainer: Heinemann

Schiedsrichter: Tobias Schultes (Betzigau)

Tore: 0:1 Osawe (11.), 0:2 Osawe (46.), 0:3 Rodriguez Araya (61.), 1:3 Sliskovic (71.), 2:3 Sessa (81.), 2:4 Osawe (90.+4)

Zuschauer: 2760

Gelbe Karten: Schoppenhauer, Sliskovic - Rodriguez Araya, Litka, Erb

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