KFC Uerdingen muss Sonntag den Bock umstoßen

Schlüsselspiel gegen den Spitzenreiter : KFC muss Sonntag den Bock umstoßen

Die Uerdinger empfangen um 14 Uhr in der Merkur Spiel-Arena den Spitzenreiter Eintracht Braunschweig. Trainer Heiko Vogel spürt persönlich und bei den Spielern keinen Druck. Veränderungen in der Startelf sind nicht zu erwarten.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Der Song der Kölner Band „Höhner“ passt prima zur aktuellen Situation des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen. Denn nach dem schlechten Saisonstart bietet sich am Sonntag ab 14 Uhr im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig die große Gelegenheit, endlich den Bock entscheidend umzustoßen. Mit einem Sieg gegen den Spitzenreiter könnte die Mannschaft die dringend erforderliche Wende einleiten und danach mit gewachsenem Selbstvertrauen versuchen, in der Erfolgsspur zu bleiben. Auch mit Blick auf den Pokal-Knüller am Freitag gegen Rot-Weiß Essen wäre ein Erfolgserlebnis goldwert. Die Uerdinger hoffen Sonntag endlich mal auf mehr Unterstützung von den Rängen, zumal mit bis zu 1000 Fans der Gäste zu rechnen ist.

„Sehr stark, wenig Schwächen, die können kontern und sind vom Spiel heraus und bei Standards gefährlich.“ So beschrieb Heiko Vogel am Freitag nach dem Training den kommenden Gegner, der seit dem vergangenen Spieltag von der Tabellenspitze grüßt. Auf die Frage, ob er seine Startformation aufgrund der Stärke des Gegners verändern werde, antwortete der KFC-Coach: „Ich neige dazu, generell auf uns zu schauen. Letztendlich gewinnt man Spiele, indem man seine eigenen Stärken ausspielt und sich nicht zu sehr am Gegner orientiert. Das soll jetzt nicht respektlos sein, das ist einfach so.“ Auch die Tatsache, dass die Löwen aus Niedersachsen mit Martin Kobylanski und Nick Proschwitz vorne zwei brandgefährliche Stürmer aufbieten können, verursacht bei Vogel keine Sorgen: „Selbst nicht wenn Messi und Ronaldo da spielen würden.“

Große personelle Veränderungen sind im Uerdinger Team nicht zu erwarten. „Wir haben im Training da weitergemacht, wo wir in Münster aufgehört haben, wo viele Dinge schon sehr positiv waren“, erklärte Vogel. Er sieht natürlich auch noch Verbesserungsbedarf: „Für den Aufwand, den wir betreiben und den Ballbesitz müssen wir einfach mehr Torgefahr ausstrahlen.“ Vielleicht bekommt ja Patrick Pflücke eine Chance von Beginn an, der in Münster nach seiner Einwechslung nicht nur wegen seines Ausgleichstreffers für Schwung sorgte. „Ich freue mich, dass ein Spieler von der Bank Impulse setzen kann. Das kann man auch erwarten. Ich weiß, was ich an ihm habe.“ Zur Aufstellung wollte Vogel keine näheren Auskünfte geben: „Es ist immer schwierig, zwei Tage vor dem Spiel, da kann noch einiges passieren. Man hat natürlich was im Kopf.“

Ein Punktspiel, in dem die Leistung der Uerdingen am Ende unabhängig vom Ergebnis insgesamt zufriedenstellend war, gab es bisher nicht. Trotz der vielen Neuzugänge müsste die Phase der Abstimmung mittlerweile abgeschlossen sein: „Beschleunigt wird so etwas durch Erfolgserlebnisse. Das dauert, das ist auch kein leichter Prozess.“ Und Glück gehört natürlich auch dazu, was Vogel bisher vermisste: „Wenn der Kopfball von Jan Kirchhoff in Münster vom Innenpfosten reingeht und man geht in Führung, gibt uns das ein Stück weit Sicherheit.“

Nach bisher nur einem Sieg ist das Saisonziel vorerst in weite Ferne gerückt. Druck verspürt Vogel persönlich und innerhalb der Mannschaft allerdings nicht: „Wenn das so wäre, hätten meine Spieler und ich den Job verfehlt. Druck hat man immer.“

Keine klare Aussagen gab es am Freitag beim KFC zu den Aktivitäten auf dem Transfermarkt. Trainer Vogel bestätigte noch einmal seine Aussage während der Vorbereitung, dass ihm der Kader, zu dem aktuell 29 Spieler gehören, zu groß ist. Am kommenden Montag, 12 Uhr, endet die Transferfrist. Es ist also Eile geboten.

Mehr von RP ONLINE