KFC Uerdingen mit Kapitän Dominic Maroh gegen Spitzenreiter VfL Osnabrück

KFC Uerdingen : Maroh kehrt gegen Osnabrück ins Abwehrzentrum zurück

Dominic Maroh hat den Schock noch immer nicht ganz verdaut: Er saß beim KFC zuletzt zwei Mal auf der Ersatzbank. Aber gegen den Spitzenreiter VfL Osnabrück steht er wieder auf dem Platz.

Dominic Maroh hat schwere Tage hinter sich. Im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern unterlief ihm ein Fehler: Er spielte auf Abseits, doch die Falle schnappte nicht zu; stattdessen nutzten die Pfälzer den Angriff zum zwischenzeitlichen 1:3. Es war die Entscheidung in der Partie (2:4). Trainer Frank Heinemann reagierte sofort und holte den Kapitän vom Feld. In den dann folgenden Begegnungen bei Rot-Weiss Essen (2:0) und den Sportfreunden Lotte (3:1) saß Maroh auf der Ersatzbank. Das muss für den ehemaligen Nationalspieler angesichts seiner Erfahrung so etwas wie ein Kulturschock gewesen sein. „Ich habe mich geärgert“, gesteht er. „Aber die Entscheidung war wie sie war und ich muss sie akzeptieren .“

Für Trainer Heinemann ist das weniger dramatisch. „Mal ist der eine draußen, mal der andere“, sagt er. „Das geht im Fußball doch ganz schnell.“ Stimmt, denn am Sonntag gegen den Spitzenreiter VfL Osnabrück (15 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena) steht Maroh wieder auf dem Platz. Dabei profitiert er davon, dass Mario Erb, der für ihn in die Innenverteidigung gekommen war, in Lotte die fünfte Gelbe Karte gesehen hat und daher gesperrt ist.

Dass er in den zurückliegenden zwei Spielen auf der Bank hockte, war für ihn aber nicht die einzige Enttäuschung in dieser Saison. Die schwarze Serie von zwölf sieglosen Spielen hat ihn mindestens genau so getroffen. „Die Durststrecke war Wahnsinn“, sagt er rückblickend. „Es zog sich wie ein roter Faden durch die Rückrunde. Dabei kamen extrem viele Sachen zusammen. Wenn ich nur daran denke, dass wir in Meppen bis zur 85. Minuten mit 2:0 geführt und dann noch verloren haben, oder wie viele Elfmeter gegen uns gepfiffen worden sind und so weiter.“ Die beiden Siege zuletzt haben natürlich das Selbstbewusstsein gestärkt und die Stimmung verbessert. „Natürlich gibt es jetzt das ein oder andere Lachen mehr in der Kabine“, sagt der Abwehrspieler. „Nach Siegen ist die Stimmung immer angenehmer.“

Mit dem VfL Osnabrück kommt der designierte Meister und Aufsteiger, dem Maroh Respekt zollt: „Man hat immer auf einen Einbruch gewartet, aber sie sind sehr konstant.“ Die Niedersachsen haben in 32 Spielen nur 22 Gegentore und drei Niederlagen kassiert – beeindruckend. Damit sind die Uerdinger in der Partie Außenseiter, doch bietet sich ihnen auch eine Möglichkeit. „Für uns geht es jetzt um einen sauberen Abschluss der Saison“, meint Maroh, der im Winter noch gesagt hatte: „Der Aufstieg ist das Allerwichtigste.“ Allerdings hatte er – ganz auf der Linie von KFC-Präsident Mikhail Ponomarev – hinzu gefügt, dass er in dieser Saison kein Muss ist.

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