KFC Uerdingen: Maximilian Beister vor Wechsel zum FC Ingolstadt

Spektakulärer Transfer : Uerdingen verliert offenbar Top-Torschützen Beister

Der 28 Jahre alte Torjäger des KFC Uerdingen steht unmittelbar vor einem Engagement beim Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt. Eine Ausstiegsklausel ermöglicht den Wechsel aus dem noch bis 2020 laufenden Vertrag.

Als Maximilian Beister am Dienstag nach dem morgendlichen Training in Werfenweng in die Kabine ging, hatte er die wahrscheinlich letzte Trainingseinheit mit der Mannschaft des KFC Uerdingen absolviert. Alles deutet darauf hin, dass der Wechsel des Stürmers zum FC Ingolstadt in den nächsten Stunden perfekt gemacht wird. „Unterschrieben ist noch nichts“, sagte Geschäftsführer Niko Weinhart. Und Trainer Heiko Vogel hat das Kapitel auch schon irgendwie abgehakt: „In seinem Vertrag hat er eine Ausstiegsklausel und wenn er die zieht, können wir eh nichts machen.“

Bereits im Winter hatte Beister mit einem Wechsel geliebäugelt, der dann aber nicht zustande gekommen war. Das war für den KFC gut so, denn in der katastrophalen Rückrunde war Beister wenigstens zur Stelle, als es drauf ankam: Sowohl im Halbfinale um den Niederrheinpokal bei Rot-Weiss Essen (2:0), als auch wenige Tage später bei den Sportfreunden Lotte (3:1) erzielte er jeweils das wichtige Führungstor. Mit insgesamt elf Treffern war Beister in der vergangenen Saison in Uerdingen der erfolgreichste Torschütze. Seine Qualitäten im Abschluss sind unstrittig, allerdings ist er auch kein ganz einfacher Typ.

Dass Beister geht und der KFC nicht um ihn kämpft, ist keine Überraschung. Ansonsten hätte Präsident Mikhail Ponomarev längst auf eine Vertragsverlängerung gedrängt. Dass dies in den vergangenen Monaten nicht geschah, war ein eindeutiges Indiz dafür, dass der KFC bereit ist, ihn ziehen zu lassen.

Aber Beister ist wahrscheinlich nicht der einzige Akteur, der gehen darf. „Wir werden mit Sicherheit keinen weiteren Spieler holen“, sagte Trainer Heiko Vogel im Trainingslager. „Es ist aber gut möglich, dass wir noch zwei, drei Spieler abgeben.“ Das wiederum hat nichts mit den Leistungen während der Vorbereitung zu tun, sondern mit der Größe des Kaders. „Mit dem Trainingslager bin ich in allen Belangen hochzufrieden. Ich habe selten so viel Engagement gesehen“, sagte der Coach und zog eine rundum positive Bilanz. „Ich mag Trainingslager, weil man Zeit hat, viel miteinander zu sprechen. Aber wir haben noch Luft nach oben und werden uns noch steigern. Vor allem die Spritzigkeit werden wir uns in den vor uns liegenden zwei Wochen noch holen.“ Positiv überrascht haben ihn weniger einzelne Spieler als vielmehr die Mannschaft, „wie aufnahmefähig sie ist“.

Eine Anfangsformation hat Vogel auch bereits im Kopf. „Ich wüsste natürlich wer spielt, wenn es morgen losgehen würde. Aber in den eineinhalb Wochen kann noch viel passieren. Es sind Gedankenspiele, die ein Trainer das ganze Jahr über im Kopf hat.“ Am Mittwoch ist frei, am Donnerstag Nachmittag ist das nächste Training – höchstwahrscheinlich ohne Maximilian Beister.

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