KFC Uerdingen: Matchwinner Adam Matuschyk wäre um ein Haar zur tragischen Figur geworden

Um ein Haar tragische Figur : Matchwinner Matuschyk

Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler erzielt das Goldene Tor für den KFC Uerdingen beim TSV 1860 München. Dabei wäre der Held des Tages um ein Haar zur tragischen Figur geworden.

Verschwitzt steht er da und lächelt verschmitzt. Als letzter Uerdinger Spieler ist er in München vom Platz gekommen. Die ersten Mannschaftskollegen kommen schon frisch geduscht aus der Kabine. Doch Adam Matuschyk hat Zeit. Er genießt diesen Glücksmoment nach Monaten der Frustration.

Dass es zu diesem Augenblick gekommen ist, dazu benötigte er neben harter Arbeit auch das berühmte Quäntchen Glück. „Es gab Höhen und Tiefen“, fast der 30-Jährige das Spiel und seinen Beitrag zusammen. „Natürlich bin ich glücklich darüber, dass ich das 1:0 gemacht habe, denn kurz zuvor hätte ich fast das 0:1 verschuldet. Da ist mir schon das Herz in die Hose gerutscht.“

Da unterlief Matuschyk ein in der Tat haarsträubender Fehler. Der Ballverlust vor dem eigenen Strafraum ermöglichte den Gastgeber die einzige Chance, aber wa für eine! Marius Willsch lief auf das Uerdinger Tor zu und spielte den Ball quer zu Sascha Mölders, doch der Torjäger rutschte frei vor dem Tor am Ball vorbei.

Aber dann kam dieser Moment, der seine Augen strahlen lässt. Der eingewechselte Franck Evina legt den Ball zurück auf Matuschyk, der aufs Tor schießt – aus 18 Metern, nicht einmal sonderlich fest, dafür aber sehr präzise, und der Ball landet flach im Toreck.

„Das 1:0 ist genial“, meinte Matuschyk. „Ich bin in puncto Fitness natürlich noch nicht bei 100 Prozent. Aber wir haben die Länderspielpause gut genutzt.“ Dass der ehemalige polnische Nationalspieler, der 52 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele bestritten hat, noch nicht wieder so weit ist, ist seiner Verletzungsgeschichte geschuldet. Im April erlitt er in Lotte einen Riss des Syndesmosebandes, anschließend machten ihm muskuläre Probleme zu schaffen. So stand er in dieser Saison zum dritten Mal auf dem Platz und trug damit zur Stabilisierung und kleinen Erfolgsserie bei: 2:1 in Zwickau, 0:0 gegen Magdeburg, 1:0 in München.

Der Erfolg des KFC Uerdingen war aber nicht etwa großartig heraus gespielt, sondern es war ein hart erkämpfter Arbeitssieg in einem unansehnlichen Fußballspiel, das zerfahren war, dem aufgrund vieler Fouls jeglicher Spielfluss fehlte. Möglicherweise ist es jedoch kennzeichnend für die Situation in der die Blau-Roten derzeit stecken: Sie müssen sich aus dem Keller hoch arbeiten und aufgrund der personellen Veränderungen zu einem harmonischen Miteinander finden.

Dazu will das jetzt regierende Trio mit Manager Stefan Effenberg, Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel seinen Beitrag leisten, und dieser Sieg wird dabei sicherlich behilflich sein. Für Kapitän Jan Kirchhoff ist es denn auch keine Frage, dass sich der Erfolg einstellen wird. „Ich habe immer gesagt, dass wir etwas Zeit benötigen“, sagte er. „Wir waren und sind immer selbstbewusst, aber jetzt stimmen auch die Ergebnisse.“ Und dann hatte der Kapitän noch ein dickes Extra-Lob für den Torschützen und Matchwinner parat: „Es freut mich für Adam besonders, dass er das Tor erzielt hat, denn er arbeitet immer super hart für die Mannschaft.“

Mehr von RP ONLINE