KFC Uerdingen: Manuel Konrad kämpft sich nach Eklat zurück ins Team

KFC zu Gast beim MSV : Konrad kämpft sich nach Eklat zurück ins Team

Manuel Konrad fällt aus der Rolle und steht vor dem Aus. Doch der Routinier erhält noch eine Chance und nutzt sie – auch am Montag beim MSV Duisburg? Rund 1.500 Fans unterstützen dort das zuletzt erfolgreiche Uerdinger Team.

Es ist erst sechs Wochen her, dass Manuel Konrad vor dem Aus stand. Nach der 0:3-Heimniederlage gegen Aufsteiger Mannheim war Präsident Mikhail Ponomarev wutentbrannt in die Kabine gestürmt und hatte dem Team die Leviten gelesen. Konrad hatte sich am Tag danach als Comedian versucht und den Auftritt imitiert. Nachdem Konrads Version im Netz für Gesprächsstoff sorgte, entschuldigte er sich sofort, doch Ponomarevs Reaktion stand aus: Milde mit Geldstrafe oder Härte mit Rauswurf. Der Präsident nahm es gelassen und regelte es mit einem Gespräch und einer Geldstrafe.

Manuel Konrads Reaktion hatte sich noch vor der Entscheidung des Präsidenten im Training gezeigt. Der Mittelfeldspieler dokumentierte mit großem Trainingseifer, dass er bleiben und seinen Fehler wieder gut machen wollte. Dabei profitierte er auch vom Trainerwechsel, denn Stefan Reisinger trat ihm unvoreingenommen gegenüber und stärkte ihm den Rücken. „Das ist ein erfahrener Spieler, der sein Leistungspotenzial beim KFC allerdings noch nicht ausgeschöpft hat“, sagt der damalige Interimscoach und jetzige Teamchef.

Konrad trainierte und wartete auf seine Chance. Die bot sich ihm vor einer Woche, als Jean-Manuel Mbom wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt war. Konrad bot neben Adam Matuschyk im defensiven Mittelfeld eine gute Leistung und bringt damit seinen Fürsprecher Reisinger in die Bredouille. Der Teamchef steht nun vor dem schweren Spiel beim MSV Duisburg (Montag, 19 Uhr) gemeinsam mit Trainer vor der Entscheidung: Konrad oder Mbom? „Beide haben zuletzt auf der Sechserposition überzeugt“, sagt Reisinger. „Sie machen es mir nicht leicht, aber das finde ich gut.“ Wen er präferiert, ließ er offen.

Das ist aber nicht die einzige zu lösende Personalentscheidung. Denn nachdem beide Linksverteidiger, Christian Dorda und Hakim Guenouche, verletzt ausfallen, stehen auch für diese Position zwei Kandidaten zur Auswahl, die wieder genesen sind und um den Einsatz kämpfen: Kevin Großkreutz und Oliver Steurer. Großkreutz ist Rechtsfuß, hat in Dortmund aber die linke Seite beackert – allerdings offensiv; Steurer ist eigentlich Innenverteidiger, aber ein Linksfuß.

Auf die zuletzt gefestigte Defensive der Uerdinger, die in den zurückliegenden vier Begegnungen nach dem Trainerwechsel nur ein Gegentor kassiert hat, kommt eine große Aufgabe zu. Der MSV Duisburg ist mit 15 Punkten aus sechs Partien die beste Heimmannschaft der Liga und verfügt zudem über den besten Angriff (29 Tore in 13 Spielen). „Das Spiel ist ein Gradmesser“, sagt Reisinger vor dem Niederrheinderby. „Wer da nicht brennt, der brennt nie mehr.“ Rund 1.500 KFC-Fans werden die Mannschaft, die zuletzt zehn Punkte aus vier Begegnungen bei 5:1-Toren holte, in Duisburg unterstützen.

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