KFC Uerdingen: Manager Stefan Effenberg stoppt das Trainerkarussell

Jahresrückblick 2019 : Manager Stefan Effenberg stoppt das Trainerkarussell

Spötter behaupten, der KFC Uerdingen habe in einem Jahr sechs Trainer verschlissen. Das stimmt zwar nicht, aber richtig ist, dass eben so viele mindestens einmal auf der Bank saßen.

Die Anzahl der Trainer, die im Verlauf auf einer Bank gesessen haben, sind ein Seismograph dafür, ob ein Verein seine Ziele erreicht hat oder nicht. Denn im Sport ist es oft so: Läuft es nicht nach Wunsch, wird der Trainer gewechselt.

Beim KFC Uerdingen lief es im Jahr 2019 überhaupt nicht nach den Vorstellungen und Wünschen von Präsident Mikhail Ponomarev. Die ehrgeizigen Ziele wurden mit Pauken und Trompeten verfehlt, die Geduld und Frustrationstoleranz des Investors auf eine harte Probe gestellt. Allerdings waren die Uerdinger rein statistisch betrachtet als Tabellenelfter am Saisonende ein ziemlich normaler Aufsteiger. Weniger normal ist allerdings, dass sechs verschiedene Trainer im Jahr 2019 für ein oder mehrere Spiele auf der Bank das Sagen hatten.

Stefan Krämer musste Ende Januar nach einer 0:3-Heimniederlage gegen Würzburg gehen. Dabei stand der KFC als Aufsteiger auf Rang vier, zwei Punkte hinter dem Tabellendritten Halle. Die Resultate seien zwar akzeptabel, aber der Fußball schlecht und keine Entwicklung zu sehen. Krämers Kredit, den er sich durch den famosen Aufstieg erarbeitet hatte, war überraschend schnell aufgezehrt.

Die Entlassung war nicht von langer Hand geplant, deshalb musste schnell ein Nachfolger gefunden werden, denn Co-Trainer Stefan Reisinger verfügt nicht über die notwendige Trainerlizenz. So wurde nicht einmal eine Woche nach Krämers Entlassung Norbert Meier als sein Nachfolger präsentiert. Der ehemalige Bundesligatrainer, der erfolgreich in Duisburg und Düsseldorf gearbeitet hatte, bekam die Mannschaft zumindest ergebnistechnisch nicht in den Griff. Mit drei Punkten aus sieben Spielen war er tatsächlich der schlechteste Trainer der Vereinsgeschichte des KFC. Er musste gehen. Als Präsident Ponomarev ihn dann via Twitter als „schlechtesten Trainer, den der Verein je hatte“ bezeichnete, brach ein Shitstorm über den Russen herein, woraufhin Ponomarev seine Twitter-Aktivitäten beendete.

Meier hatte seinen Vertrauten Frank Heinemann als Co-Trainer mitgebracht. Das war in dem Fall von Vorteil, weil er über die notwendige Lizenz verfügte und der KFC bei der Suche nach einem Nachfolger nicht erneut unter Zeitdruck stand. Heinemann stabilisierte die Mannschaft, ist aber kein Mann für die erste Reihe.

Heiko Vogel sollte in der neuen Saison die Mannschaft zusammen stellen und führen. Damit er sie frühzeitig kennenlernt und besser beurteilen kann, nahm er die Arbeit bereits am 1. Mai auf. Allerdings war seine Arbeit nicht von Erfolg gekrönt. Personelle Fehlentscheidungen, eine falsche Einschätzung der Liga und die ungenügenden Ergebnisse führten zur Trennung Ende September.

Stefan Reisinger wurde erneut die Verantwortung übertragen – erneut kurzzeitig. Doch parallel dazu wurde Stefan Effenberg als neuer Manager verpflichtet. Seiner ersten Aufgabe, einen neuen Trainer zu suchen, entledigte er sich mit Hilfe eines Tricks: Reisinger wurde zum Teamchef befördert und durfte Ausschau halten nach einem Trainer mit Lizenz, mit dem er sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit vorstellen kann. Seine Wahl fiel auf Daniel Steuernagel.

Daniel Steuernagel 16.10. – heute. Foto: Brauer/Stefan Brauer
Stefan Reisinger 25.9. – 15.10. Foto: Revierfoto
Heiko Vogel 1.5. – 25.9. Foto: Stefan Brauer
Frank Heinemann 16.3. – 29.4. Foto: Stefan Brauer
Norbert Meier 3.2.– 15.3. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Stefan Effenberg wurde am 10. Oktober als neuer Sportdirektor vom KFC Uerdingen vorgestellt. Foto: Revierfoto

Dem Trio Effenberg-Reisinger-Steuernagel ist es seitdem gelungen, die Mannschaft zu stabilisieren, sie neu zu strukturieren und auf Kurs zu bringen. So hat der KFC im letzten Quartal das Jahresergebnis noch retten können.