Ein Stürmer im Aufwind Maik Odenthal meldet sich zurück

Krefeld · Zum Saisonstart lag für den 29 Jahre alten Profi ein Platz in der Elf des KFC Uerdingen außer Reichweite. Was der Offensivspieler seitdem alles geändert hat und warum er plötzlich wieder eine Alternative ist.

Maik Odenthal meldet sich zurück: deutlich schlanker, stark verbessert.

Maik Odenthal meldet sich zurück: deutlich schlanker, stark verbessert.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Oliver Kaelke

Als Maik Odenthal zum Auftakt der Vorbereitung den Rasen im Sportpark Oppum betrat, runzelten viele Kiebitze mit der Stirn: Der soll 15 Drittliga- und 200 Regionalligaspiele absolviert haben? Seine Verfassung deutete eher darauf hin, dass er am Wochenende in einer Thekenmannschaft mit kickt. Keine Frage, der 29-Jährige schleppte einige Kilogramm zu viel über den Platz und nur wenige trauten ihm zu, dass er dem Fußball-Oberligist KFC Uerdingen bei dem Projekt Wiederaufstieg helfen kann.

Drei Monate später absolviert Maik Odenthal im Achtelfinale des Niederrheinpokal gegen seinen ehemalige Verein Rot-Weiß Oberhausen einen beeindruckenden Flügellauf, der zur Führung des Außenseiters führt. Die Fans reiben sich verwundert die Augen, sind völlig überrascht und begeistert.

Und auch nach seiner Einwechslung zur Pause gegen den 1. FC Kleve (2:3) belebte er das Uerdinger Spiel deutlich. Beim Zusammenspiel mit Gianluca Rizzo zeigte er, welch feines Füßchen er hat und bei einigen Pässen in die Schnittstelle, über welch gutes Auge und Spielverständnis er verfügt.

„Maik hat sich in den zurückliegenden Wochen gesteigert; zu einen, was das spielerische angeht, zum anderen, was seine Einstellung angeht“, sagt Trainer Alexander Voigt. „Er hat sich Gedanken gemacht und sich seine Einsätze auch verdient. Er hat Momente mit Licht und Schatten, aber das ist noch nicht zu Ende der Entwicklung von Maik Odenthal für uns; da kann noch viel mehr kommen. Da erwarte ich auch noch mehr von ihm, er von sich selber auch.“

Was die Schnelligkeit angeht, werde der offensive Mittelfeldspieler unterschätzt. „Er ist nicht langsam, aber groß. Und anfangs hatte er ein paar Problemchen, was die Figur angeht“, sagt der Coach. Inzwischen hat er deutlich abgespeckt. Rund sieben Kilo habe er abgenommen, sagt der Sportliche Leiter Patrick Schneider. Voigt erwartet aber eine weitere Leistungssteigerung von Odenthal: „Da will ich noch mehr sehen. Bei seinen Fähigkeiten mit dem linken Fuß muss er viel, viel öfter in Abschlusssituationen kommen.“

Viele Gespräche haben bei Odenthal zu seinem Sinneswandel beigetragen. „Es ist einer der Spieler, mit dem wir uns am meisten unterhalten haben“, berichtet der Coach. „Wir haben versucht, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit er auf einen guten Weg kommt. Ich kenne ihn ja schon länger. er hat immer seine Problemchen, wenn er aus dem Urlaub kommt. Diesmal hat es mir aber etwas zu lange gedauert. Wir können nur reden, machen, tun – aber es muss von ihm kommen, wenn er spielen will.“

Der Gescholtene und Gelobte beschreibt seine Wandlung so: „Es ist immer schwierig, wenn man in ein neues Umfeld kommt“, sagt Maik Odenthal. „Ich habe etwas länger gebraucht, aber so wie es jetzt läuft, kann es weitergehen.“ Über seine Verfassung zum Saisonstart gesteht er: „Da hatte ich etwas zu viel auf den Rippen, das weiß ich selber, aber das habe ich gut hinbekommen und weiter gearbeitet, das macht sich bemerkbar.“ Zusätzliche Einheiten hat er absolviert, um körperlich fit zu werden. „Jetzt fühle ich mich gut, ich denke, dass sieht man auch auf dem Spielfeld. Wenn ich jetzt noch von Beginn an spielen würde, wäre es noch besser. Das ist das Haar in der Suppe, aber das ist schon okay.“

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