Stresstest für famose Serie des KFC Levan Kenia hat große Sorgen und kann deshalb nicht spielen

Krefeld · Mit zwei Heimsiegen zum Jahresabschluss will sich der KFC Uerdingen in die Winterpause verabschieden. Am Samstag ist der Aufsteiger und Tabellenletzte FC Büderich zu Gast. Den kennt Trainer Marcus John besonders gut.

 Levan Keia (am Ball), der hier vom Ratinger Ali Can Ilbay angegriffen wird, wurde vom Training freigestellt.

Levan Keia (am Ball), der hier vom Ratinger Ali Can Ilbay angegriffen wird, wurde vom Training freigestellt.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Oliver Kaelke

Levan Kenia spielt gerne Fußball. Und in den vergangenen Woche und Monaten hat er einen dritten Frühling erlebt. Der 33 Jahre alte Georgier war Dreh- und Angelpunkt, lief und kämpfte wie nie zuvor in seiner Uerdinger Zeit. Und dafür hatte der ehemalige Nationalspieler eine einfache Erklärung parat: „Es macht mir Spaß.“

Doch in den vergangenen Tagen hat er keinen Gedanken an Fußball verschwendet. Levan Kenia hat Sorgen, große Sorgen, die ihn um den Schlaf bringen. Sein Sohn ist operiert worden und liegt im Krankenhaus. Der Papa ist meist bei ihm, schläft auch im Krankenhaus. Ihm steht nicht der Sinn nach Fußball und hat darum gebeten, ihn vom Training freizustellen. „Das habe ich natürlich getan“, sagt Trainer Marcus John. „Da habe ich vollstes Verständnis. Familie und Gesundheit gehen immer vor.“ Damit ist aber auch klar, dass Levan Kenia am Samstag (18 Uhr, Grotenburg) im Spiel gegen den FC Büderich fehlen wird. Eigentlich sollte das kein Problem sein, denn John verfügt mindestens über zwei, wenn nicht noch mehr Alternativen. Positionsgetreu könnten Alexander Lipinski oder Justin Klein im offensiven Mittelfeld von Beginn an zum Einsatz kommen. Das wäre vielleicht die einfachste Möglichkeit. So msste die Mannschaft, die zuletzt sieben Mal in Folge gewonnen hat, nicht groß verändert werden. Aber auch Maik Odenthal und Pascal Weber stehen bereit.

Dass die Uerdinger haushoher Favorit sind, leugnet auch Marcus John nicht. Doch fürchtet er, dass die famose Serie in den beiden letzten Begegnungen des Jahres noch einmal einen Stresstest unterzogen werden. Den FC Büderich kennt er besonders gut. „Fast 50 Prozent der Spieler kommen vom SC West“, berichtet er. „Die habe ich damals noch trainiert. Daunter sind drei, vier sehr gute Fußballer, die mit dem Ball umzugehen wissen.“ Und da ist auch noch Kevin Weggen, der beim Nachbarn angeheuert hat, nachdem ihn John trotz noch laufenden Vertrags aussortiert hat. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler wird dem Cach beweisen wollen, dass es ein Fehler war. Fünf Tore hat er für den Aufsteiger bereits erzielt und er würde sicher nur allzu gerne noch einmal vor der großen Kulisse in der Grotenburg ins Schwarze treffen.

John hat seiner Mannschaft im Testspiel noch einmal vor Augen geführt, was passiert, wenn zu offensiv gespielt wird: der Gegner bekommt Chancen. Nach der Pause war es dann disziplinierter, das Spiel chancenärmer. Wird der KFC daher am Samstag mauern? Sicherlich nicht, aber eben auch nicht kopflos alles nach vorne werfen. „Es kann sein, dass wir wieder geduldig sein müssen“, sagt der Trainer. „Aber wenn in der Schlussminute ein Tor fällt und es ein dreckiger Sieg ist, so ist es mir auch egal. In unserer Situation zählen nur Punkte. Wir sind noch ein gutes Stück von unserem Ziel entfernt, aber auf einem guten Weg.“

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