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KFC Uerdingen: Ladehemmung gibt Rätsel auf

KFC belohnt sich für gute Leistung nicht : Ladehemmung gibt Rätsel auf

Der KFC Uerdingen ist die deutlich bessere Mannschaft, zeigt auch eine sehr ordentliche Leistung, verliert aber bei der SpVgg Unterhaching mit 0:1 und damit den Anschluss an die Spitzengruppe.

Rätsel sind eigentlich etwas Wunderbares. Das wissen nicht nur ältere Herrschaften, die liebend gerne die Kreuzworträtsel in ihrer Zeitung lösen. Das Leben gibt ebenfalls manchmal Rätsel auf, so dass intuitiv getroffene Entscheidungen erst später legitimiert werden. Und auch der Fußball gibt manchmal Rätsel auf. Stefan Reisinger weiß das, aber in Unterhaching wurde dem Teamchef des KFC Uerdingen erneut ein solches Rätsel aufgegeben: Wie konnte seine Mannschaft, die klar besser war, dieses Spiel nur verlieren? Wieso gelingt es seiner Mannschaft trotz drückender Überlegenheit, einer Fülle guter Ansätze und zahlreicher Chancen nicht, ein, zwei, drei oder vier Tore zu erzielen? Was hätte er noch anders machen sollen? Fragen, die ihn nicht nur unmittelbar nach dem Spiel beschäftigten, sondern ihm auf der acht Stunden langen Busfahrt keine Ruhe ließen.

Letztere frage ist am einfachsten zu beantworten: Nichts. Reisinger hatte gemeinsam mit Trainer Daniel Steuernagel ein Konzept erarbeitet, das passte. Dabei hatten sie sich einiges einfallen lassen, um die Ausfälle der gesperrten Assani Lukimya, Manuel Konrad und Jean-Manuel Mbom sowie der lerletzten Adam Matuschyk, Alexander Bittroff und Adriano Grimaldi zu kompensieren. Dabei sorgten sie für einen Paukenschlag, indem sie trotz der Ausfälle Kevin Großkreutz aus dem Kader strichen. Der Weltmeister von 2014 „war nach der letzten Woche nicht 100 Prozent einsatzbereit“, so Reisinger. Der Teamchef eiert nicht rum, sucht keine Ausrede (Verletzung), sondern sagt, dass er unzufrieden ist. Damit sendet er ein klares Signal an die Mannschaft: Nur Leistung zählt.

Die Spieler, die in Unterhaching auf dem Platz standen, haben das verstanden. Es mangelte nicht an der Einstellung, an Lauffreude oder Kamfgeist. Auch das neue taktische Konzept ging auf. Kapitän Jan Kirchhoff bot in der Innenverteidigung gemeinsam mit Dominic Maroh eine solide Leistung. Sie organisierten und stabilisierten die Abwehr, so dass die Bälle auf das Uerdinger Tor an einer Hand abzuzählen waren.

Vor der Viererkette spielte der KFC erstmals mit einer Raute. Dabei trat vor allem der litauische Nationalspieler Edvinas Girdvainis positiv in Erscheinung, der mit einer starken physischen Präsenz heraus ragte. Dennis Daube meldete sich nach fast eineinhalbjähriger Verletzungspause beeindruckend zurück, Christian Kinsombi absolvierte hinter den beiden Spitzen ein starkes Laufpensum.

Woran haperte es denn? An den letzten Metern auf dem Weg zum gegnerischen Tor. Trotz aller guten Ansätze wurden in den entscheidenden Momenten falsche Entscheidungen getroffen, unsauber gespielt. Das lag auch an den beiden Torjägern Tom Boere und Osayamen Osawe, aber gewiss nicht nur. Natürlich hätte Osawe bei seinen guten Vorstößen über Außen bis zur Grundlinie, die geradezu mustergültig waren, dann den Blick für die Mitspieler behalten müssen. Natürlich hätte der ein oder andere Ball in den Strafraum sauberer gespielt werden müssen. So blieb es oft bei guten Möglichkeiten, ohne dass daraus so genannte hundertprozentige Chancen wurden.

„Die Tabelle lügt nicht“, sagt Trainer Steuernagel. „Wir haben in 22 Spielen nur 24 Tore erzielt.“ Und es sind nur noch sechs Punkte bis zu den Abstiegs-, aber neun zu den Aufstiegsrängen. Aber das kann sich in der Liga ganz schnell ändern.