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KFC Uerdingen: Krach in der Kabine nach 1:5 beim SC Wiedenbrück

Nach dem 1:5 in Wiedenbrück : Beim KFC Uerdingen liegen die Nerven blank

Nach der bitteren 1:5-Niederlage können Handgreiflichkeiten auf dem Rasen noch soeben verhindert werden. Dann kracht es in der Kabine und Trainer Alexander Voigt geht auf Distanz zu seiner Mannschaft. 

Der Druck war groß, das Zustandekommen der Niederlage unglücklich, der geballte Frust entlud sich nach dem Abpfiff. Zunächst hatte sich der Uerdinger Verteidiger Jason Prodanovic anhören müssen, er solle doch aufhören zu weinen. Das hatte ihn natürlich provoziert und zusätzlich aufgeregt. Nach dem kurzen Disput, der Kopf an Kopf endete, ließ sich Saban Kaptan spektakulär fallen und deutete damit einen Kopfstoß an, den es jedoch nicht gegeben hatte. Die Szene erinnerte unweigerlich an das Schauspiel des Jahres 2005 von Norbert Meier, damals Trainer des MSV Duisburg, der gegen den Kölner Albert Streit ohne Kontakt zu Boden ging. Das wiederum rief Noe Baba auf den Plan, der dem Schauspieler die Stirn bot. Die sich andeutenden und zu befürchtenden Handgreiflichkeiten konnten von engagierten Mitspielern beider Mannschaften verhindert werden.

Die Spieler stapften in Richtung Kabinen. Nur Marco Cirillo noch nicht, der seine tiefe Enttäuschung nicht verbergen wollte. „Was soll ich da noch sagen? 5:1 in Wiedenbrück“, schnaubte er. Den Verweis auf die ordentliche erste Halbzeit mochte er nicht annehmen: „Ein Spiel dauert 90 Minuten. Was soll ich sonst noch sagen. 5:1 in Wiedenbrück.“

Wenig später kracht es in der Kabine fürchterlich. Das Geschrei ist trotz Vorraums sogar draußen zu hören, die Tür knallt mehrmals so heftig, dass ihre Funktionalität in akute Gefahr gerät. Es ist eine minutenlange  Auseinandersetzung. Die Mannschaft lebt?

 Der Uerdinger Noe Baba und Saban Kaptan bieten einander die Stirn.
Der Uerdinger Noe Baba und Saban Kaptan bieten einander die Stirn. Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Das Gewitter ist nicht verzogen. Trainer Alexander Voigt kommt sichtlich angeschlagen zur Pressekonferenz. Es werde nicht lange dauern, beginnt er sein Statement. Aus seiner Enttäuschung macht er aber keinen Hehl. „Wenn eine Mannschaft 15, 20 Minuten kollektives Versagen an den Tag legt wie schon vor der Winterpause, wo ich dachte, das hätten wir abstellen können, dann kannst du kein Spiel gewinnen, das ist ganz einfach“, grollt der Coach. „Was dann mit der Mannschaft passiert ist, nachdem wir die ersten zwei, drei Tore kassiert haben, das ist nicht neu; das ist im Verlauf der Hinrunde auch schon häufiger passiert. Ich bin gerne bereit, mich vor die Mannschaft zu stellen, aber in dem Fall muss die Mannschaft Verantwortung übernehmen und sich fragen, ob das so Spaß macht, so eine Saison zu spielen und eine vernünftige erste Halbzeit so mit dem Arsch einzureißen, dass man am Ende so da steht, als wenn es drüber und drunter gegangen wäre, das ist sehr, sehr schwer in den Kopf zu bekommen. Vielmehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

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Sein Kollege Daniel Brinkmann konnte mit der Leistung seiner Mannschaft keineswegs rundum zufrieden sein, wohl aber mit dem Ergebnis. „Ich freue mich natürlich über den höchsten Heimsieg der Saison und bin mit der zweiten Halbzeit zufrieden. In der ersten Halbzeit hat Uerdingen das vernünftig gemacht und gut dagegen gehalten. Und war klar, dass, wenn wir das 1:0 machen, mehr Möglichkeiten bekommen.“ Dank des Killerinstinktes hätten sie das Spiel entschieden, als Uerdingen von der Rolle war.

Der KFC hat noch 16 Spiele in der Regionalliga vor der Brust. Das Klima hat sich verschlechtert. Es geht nur noch um Schadensbegrenzug – eigentlich seit Saisonbeginn.