KFC Uerdingen: Kevin Großkreutz soll Spieler zu Foul aufgefordert haben

Ärger bei Hallen-Stadtmeisterschaft in Dortmund : Trainer erhebt schwere Vorwürfe gegen Kevin Großkreutz

Der 31 Jahre alte Spieler des KFC Uerdingen soll als Trainer des Bezirksligisten Türkspor Dortmund aus der Rolle gefallen sein. Aber stimmt das wirklich? Ist der Weltmeister von 2014 Täter oder Opfer?

Kevin Großkreutz ist kein Kind von Traurigkeit. Er ist ein eher zurückhaltender Typ, fast schon ein wenig schüchtern. Doch in früheren Jahren ist der Blondschopf, der nun seit eineinhalb Jahren für den KFC Uerdingen spielt, auch einige Male über die Stränge geschlagen. Wenn er seine innerliche Bremse löst, kommt ein emotionaler Typ zum Vorschein, der vor allem keine Ungerechtigkeit mag und sich einmischt.

So war es erst im Mai. Damals besuchte Kevin Großkreutz ein Spiel des VfL Kemminghausen III gegen den FC Brambauer II in der Fußball-Kreisliga. Dabei kam es zum Streit. Der Vorrsitzende des FC Brambauer, Ahmet Elikalfa, erhob schwere Vorwürfe gegen den Uerdinger. „Der Auslöser war Kevin Großkreutz.“ Er habe sich mit einem Zuschauer angelegt.

Videoaufnahmen von „Soccerwatch“ zeigten, dass das nicht der Wahrheit entsprach. Dort war zu sehen, wie Großkreutz zu den aufgebrachten Spielern geht und versucht, die Situation zu beruhigen. Daraufhin wurde Großkreutz verprügelt. Auf seinem Instagram-Profil schrieb er: „Egal wo, ich werde immer probieren zu schlichten, und wenn dann noch auf Familienväter mit Kindern und Frauen drauf gehauen wird, dann finde ich, dass es ein Muss ist. Dass ich dann alles abbekomme und die mit zehn Mann draufgehen, ist es mir einfach wert. Ich kann nicht einfach wegschauen. Ich werde nie wegschauen.“ Die Polizei kam, doch Großkreutz verzichtete darauf, Anzeige zu erstatten.

 Jetzt sorgt ein neuer Fall für Aufregung. Als Trainer des Bezirksligisten Türkspor Dortmund soll Großkreutz bei einem Hallenturnier im Spiel gegen den Lüner SV aus der Rolle gefallen sein und seine Spieler zu einem Foul aufgefordert haben. „Eigentlich kann ich mit Kevin ganz gut“, sagte LSV-Traienr Christian Hampel gegenüber den Ruhr Nachrichten. „Es kann aber nicht sein, dass er seine Spieler dazu auffordert, meine 22 kaputt zu treten. Das ist ein O-Ton, den ich selber gehört habe. Da hört es auf, wenn ich eine solche scheiß Aussage höre. Das ist unter alles Sau.“

Das Dementi kam prompt – nicht nur von Großkreutz, sondern auch von seinem Co-Trainer Reza Hassani: „Kevin hat gar nichts über Lünens 22 gesagt. Das schwöre ich.“

Und Großkreutz selbst wies die Anschuldigung via Facebook zurück: „Es war ein hektisches, emotionales und kampfbetontes Spiel. Keine Rote Karte wegen einer Tätlichkeit oder irgendwas. Wir sind am Ende der Sieger und das sollten die Lüner/der Trainer auch so hinnehmen oder einfach nicht mehr zur Dortmunder Stadtmeisterschaft erscheinen. Sich im interview mit meinem Namen zu schmücken, ist ja am einfachsten.“

Welche Version stimmt denn nun? Ist Großkreutz denn nun Täter oder Opfer? Das scheint nur schwer zu klären. Und es weißt auf ein Doppeltes darauf hin: Der Weltmeister von 2014 ist gewiss kein Unschuldslamm und immer wieder an strittigen Begebenheiten beteiligt. Aber er ist auch ein Typ, der oft – auf dem Platz und neben dem Platz – provoziert wird wie kaum ein anderer. Das liegt auch daran, dass er in der Vergangenheit einen entsprechenden Ruf erworben hat. Daran ist er nicht ganz unschuldig, an manch anderem schon.