KFC Uerdingen: Keine Tore beim Wiedersehen mit Krämer

KFC muss sich mit Nullnummer begnügen : Keine Tore beim Wiedersehen mit Krämer

Der KFC Uerdingen erspielte sich am Freitagabend im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg vor 3874 Zuschauern nur eine große Torchance, weil der Gegner in der Abwehr aufopferungsvoll kämpfte.

Tore sind bekanntermaßen das Salz in der Suppe eines Fußballspiels, und wenn die fehlen, war die Partie zumeist fad. Es gibt aber den Begriff des besseren 0:0. Und das torlose Remis, mit dem sich am Freitagabend der KFC Uerdingen und Zweitligaabsteiger 1. FC Magdeburg in der Dritten Fuball-Liga trennten, zählte hierzu. Uerdingen dominierte über 90 Minuten das Spielgeschehen, hatte aber auch nur eine Großchance. Magdeburg verdiente sich den einen Punkt mit einem aufopferungsvollen Abwehrkampf.

KFC-Interimstrainer Stefan Reisinger hatte wie angekündigt die Startelf auf zwei Positionen gegenüber Meppen geändert. Boubacar Barry und Ali Ibrahimaj saßen zunächst auf der Bank, dafür standen Patrick Pflücke und Selim Gündüz in der ersten Elf. Auch taktisch hatte Reisinger eine Änderung vorgenommen, von 4-4-2 auf 4-2-3-1 umgestellt. Etwas überraschend gehörte Kevin Großkreutz nicht zum Kader, nachdem Reisinger ihm bei der wöchentlichen Pressekonferenz nach überstandener Verletzung noch eine normale Trainingswoche attestiert hatte. „Noch nicht ganz fit“, lautete die offizielle Lesart des KFC an der Stelle.

Schon beim Aufwärmen der Mannschaften gab es dann die erwartete – publikumswirksam aussehende, aber absolut ehrliche – herzliche Umarmung der beiden Trainer Stefan Krämer und Stefan Reisinger. Ein Jahr war Magdeburgs Krämer Cheftrainer in Uerdingen und der jetzige KFC-Interim Reisinger sein Co. Gemeinsam feierten sie den Aufstieg in die 3. Liga. „Ein supernetter Mensch“, schwärmt Reisinger noch heute über seinen ehemaligen Chef, zu dem er den Kontakt nie hat abreißen lassen. Auch die KFC-Fans begrüßten Krämer freundlich.

Dass Fußballer abergläubisch sind, ist ja gemeinhin bekannt. Da werden Rituale über Jahre beibehalten oder Abläufe geändert, um Erfolge zu erreichen. Unter letzteres fällt der Wechsel der Uerdinger Bank in der Düsseldorfer Arena. Beim Spiel gegen Magdeburg saßen Trainer und Auswechselspieler erstmalig von der Tribüne aus gesehen links. Ein engerer Schulterschluss mit den KFC-Fans, die dort ihren Block haben, soll so gelingen. Osaymen Osawe hatte das wohl noch nicht verinnerlicht, lief erst einmal noch zur alten, jetzt falschen Auswechselbank.

Die erste Chance der Partie bot sich in der 15. Spielminute Tom Boere, der nach einer missglückten Kopfballabwehr alleine auf Torwart Morten Berends zulief. Doch den Schuss des Niederländers konnte der Schlussmann per Fußabwehr klären. Eine Szene, die starke erste 45 Minuten des KFC einläuten sollte, denn fortan dominierten die Hausherren mit einer gesunden Aggressivität und hohen Laufbereitschaft das Geschehen. Was aber noch fehlte, waren die Tore.

Dazu erhöhte KFC-Trainer Reisinger in der 56. Minute die Offensivkraft und wechselte mit Osayamen Osawe einen weiteren Stürmer ein, später auch noch Tobias Rühle. Doch alle Offensivbemühungen, dazu der hohe Aufwand, wurden am Ende nicht mit drei Punkten belohnt. Dennoch die gezeigte Leistung macht Mut, zumal sie gegen einen an diesem Abend starken Gegner gezeigt wurde. Der verdiente Beifall der KFC-Anhänger untermauerte das. nach dem Schlusspfiff.

Mehr von RP ONLINE