KFC Uerdingen: Kapitän Jan Kirchhoff nennt die Gründe für die Wende

KFC ist Mannschaft der Stunde : Kirchhoff nennt Gründe für die Wende

Plötzlich ist der KFC Uerdingen in der 3. Liga die Mannschaft der Stunde. Mit dem 2:0-Sieg gegen Jena wird die Serie nach dem Trainerwechsel weiter ausgebaut: zehn Punkte aus vier Spielen und nur ein Gegentor.

Jan Kirchhoff ist nicht gerade ein Temperamentsbündel. Eigentlich passt er gar nicht mehr in das heutzutage so hektische, emotionale, überdrehte Fußballgeschäft. Denn der 29 Jahre alte Kapitän des KFC Uerdingen ist ruhig und zurückhaltend; er überlegt, was er sagt. Das war auch in der Krise so, als er zur Mäßigung ermunterte und sagte, die Mannschaft brauche etwas Zeit.

Kirchhoffs Wort hat Gewicht, weil er nicht vorschnell urteilt, weil er sich von Ergebnissen nicht blenden lässt, weil er das Ganze sieht, weil er 80 Bundesligaspiele für Mainz, Bayern und Schalke bestritten hat, je zwei Mal deutscher Meister und Pokalsieger war. Umso bemerkenswerter, welch deutliche Worte er nach dem 2:0-Sieg gegen Carl Zeiss Jena fand: für Teamchef Stefan Reisinger und für seine Mitspieler.

„Wir haben sehr gut gespielt und verdient gewonnen, und gerade zu Hause ist es schön, drei Punkte zu holen“, sagte Kirchhoff und nannte dann die Gründe für die beeindruckende Wende des KFC, der seit dem Trainerwechsel zehn Punkte aus vier Spielen geholt hat. „Wir haben wieder zu Null gespielt und eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt. Und da gehören alle zu, auch die Spieler, die rein kommen und performen wie heute Manuel Konrad und Franck Evina. Wir sind mehr zusammen gewachsen. Das ist der Verdienst von Reise. Wir haben jetzt eine hohe Intensität und bringen Leistung.“

Tatsächlich waren Evina und Konrad neu in die Mannschaft gekommen, weil Jean-Manuel Mbom wegen der fünften Gelben Karte gesperrt und Ali Ibrahimaj verletzt waren. Konrad bot auf der Sechser-Position neben Adam Matuschyk eine gute Leistung, Evina bereitete beide Tore vor. Als er mit seinem Solo am Ende hängen blieb, kam der Ball zu Tom Boere, der sofort abzog und traf. Nach der Pause war Evina nur durch ein Foul zu stoppen. Roberto Rodriguez servierte den Freistoß, die Kirchhoff zum entscheidenden 2:0 einköpfte. Das wiederum war kein Zufall, sondern einstudiert. „Wir trainieren viel mehr und härter“, verriet Rodriguez. „Auch Standards, sie stehen an den beiden Tagen vor dem Spiel immer auf dem Programm, weil sie wichtig sind.“

Während der gefeuerte Trainer Heiko Vogel seine erste Elf hatte, hat Reisinger den gesamten Kader wieder ins Boot geholt. „Unsere Mannschaft hat in den letzten Wochen zusammen gefunden. Es wird um die Plätze gekämpft. Jeder, der spielt, gibt alles. Wir haben eine große Rotation in der Startelf. Die Jungs, die von der Bank kommen, sind bereit und bringen ihre Leistung, das ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Ein Sonderlob hatte Kirchhoff aber für jenen Mitspieler parat, der den Sieg gegen Jena mit seinem Direktschuss eingeleitet hatte: Tom Boere. „Er war heute unfassbar gut“, sagte Kirchhoff. „Für mich war er der beste Mann auf dem Platz.“ Der Niederländer erzielte aber nicht nur das Tor, sondern arbeitet enorm viel und behauptet den Ball. In seinem sechsten Spiel erzielte er sein drittes Saisontor. Ein Volltreffer.

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