KFC Uerdingen: Kapitän Jan Kirchhoff ist dabei, Kevin Großkreutz auf der Bank

KFC gegen Kaiserslautern : Kirchhoff ist dabei – Großkreutz auf der Bank

Der Kapitän des KFC Uerdingen kann gegen den 1. FC Kaiserslautern auflaufen. Damit ist aber nur ein personelles Problem gelöst. Trainer Daniel Steuernagel und Teamchef Stefan Reisinger bieten sich Alternativen vorne wie hinten.

Beim Abschlusstraining rutscht Kevin Großkreutz der Ball über den linken Schlappen. „Ja leck mich doch am Arsch“, schreit der Weltmeister von 2014 seinen Frust heraus. Seit dem 3. August wurde er zunächst durch eine Sperre, dann durch eine Hüftverletzung außer Gefecht gesetzt und stand nur einmal Ende September beim 0:3 gegen Mannheim auf dem Platz. Und wenn der Eindruck nicht täuscht, wird er auch am Samstag (14 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserlautern nicht zur Anfangsformation gehören. Er ist noch nicht so weit.

Teamchef Stefan Reisinger hatte schon vor Wochen gesagt: „Bei mir zählen nicht die Namen, sondern Leistungen und Fitness.“ Nun muss er gemeinsam mit Trainer Daniel Steuernagel einen Balanceakt vollführen: Sie dürfen den körperlich noch nicht wieder topfitten Großkreutz nicht zu früh bringen, müssen aber zugleich seine Enttäuschung darüber möglichst auffangen.

Anders sieht es bei Jan Kirchhoff aus. Der Kapitän, den zu Beginn der Woche die Wade zwickte, konnte im Abschlusstraining mitwirken und ist einsatzbereit. Damit sind Steuernagle/Reisinger eine Sorge los und haben ein Problem mehr: die Qual der Wahl.

In der Abwehr stehen sie vor der Möglichkeit einer Dreier- oder Viererkette. Selbst wenn sie wie zuletzt die Viererkette beibehalten, bieten sich ihnen mehrere Möglichkeiten, wobei die Innenverteidigung mit Kirchhoff und Assani Lukimya gesetzt ist. Sie könnten wie in Duisburg (0:2) mit Alexander Bittroff auf der rechten und Oliver Steurer auf der linken Seite spielen; oder aber mit Boubacar Barry rechts und Bittroff links. Unabhängig vom Personal ist jedoch das Ziel. „Wir wollen defensiv wieder gut stehen und wie gegen Jena zu Null spielen“, sagt Steuernagel. Das wäre eine gute Voraussetzung, um gegen Kaiserslautern zu gewinnen. „Das ist ein sehr wichtiges Spiel“, sagt Reisinger. „Da werden wir wieder 90 Minuten lang paddeln müssen.“

Kein Gegentor zu kassieren, ist für den KFC besonders wichtig, weil er sich bislang nicht gerade als Tormaschine präsentiert. Mit nur 15 erzielten Toren in 14 Spielen haben die Uerdinger zumindest statistisch den zweitschwächsten Angriff der Liga; nur Schlusslicht Jena (12 ) hat noch seltener getroffen.

Somit stellen sich auch in der Offensive die taktischen und personellen Fragen: weiter mit einem oder doch mit zwei oder drei Stürmern. „Vom System her sind das doch fließende Übergänge“, sagt Reisinger, der nicht zu viel verraten will. Franck Evina ist beim Afrika-Cup, Tom Boere gesetzt, Ali Ibrahimaj wieder fit; aber auch Osayamen Osawe brennt darauf, endlich auf Torejagd gehen zu können.

Stefan Effenberg wird am Samstag nicht auf der Tribüne sitzen. Er ist in die USA geflogen, wo seine Tochter heiratet.

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