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KFC Uerdingen: Kapitän – aber nur für eine Halbzeit

Torhüter Justin Ospelt : Die Kapitänsfrage ist beim KFC Uerdingen weiter ungeklärt

Torhüter Justin Ospelt erging es nicht anders als eine Woche zuvor Marcel Kretschmer: die zweite Halbzeit erlebte er auf der Bank. Wer führt am Mittwoch den KFC Uerdingen gegen den SC Wiedenbrück aufs Feld?

Wird ein Spieler zum Mannschaftskapitän ernannt, so ist das auch immer ein Statement. Wird er gewählt, so ist es Ausdruck des Vertrauens und Respekts der Mitspieler, wird er ernannt, so ist er der verlängerte Arm des Trainers. Natürlich waren und sind es die Leistungsträger, die zum Mannschaftsführer ernannt wurden und quasi eine Stammplatzgarantie haben: damals Größen wie Fritz Walter, Uwe Seeler und Franz Beckenbauer, heute Manuel Neuer bei Bayern München, Marco Reus bei Borussia Dortmund und Lars Stindl bei Borussia Mönchengladbach.

Beim KFC Uerdingen ist das etwas anders. Da haben der Sportliche Leiter Patrick Schneider und Trainer Dmitry Voronov scheinbar noch keine finale Entscheidung getroffen. Dies mag auch die Situation geschuldet sein, dass die Mannschaft erst vor wenigen Wochen zusammengestellt wurde und sich erst finden muss. Da muss sich erst zeigen, wer zu den Leistungsträgern gehört und sich eine Hierarchie bilden.

Doch das ist es nicht allein, es ist viel drastischer: Zwei Spiele, zwei verschiedene Kapitäne, beide nur eine Halbzeit lang, beide im Spiel drauf nicht dabei – eine unglaubliche Geschichte.

In Oberhausen führte Marcel Kretschmer die Mannschaft aufs Feld. Zur Halbzeit musste er in der Kabine bleiben. „Ich weiß noch nicht warum“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Doch es kam für ihn noch schlimmer. Beim Heimspiel gegen den Bonner SC saß Kretschmer auf der Bank und kam während der 90 Minuten nicht zum Einsatz. „Das hatte mit der taktischen Ausrichtung zu tun“, sagte Trainer Voronov. „Es hat keine anderen Gründe.“ Auf weitere Nachfrage erklärte er: „Das haben wir mit Marcel intern alles besprochen. Was da passiert ist, das ist für ihn kein Neuland. Er wusste Bescheid, auch was die Kapitänsfrage betrifft. Er ist weiterhin ein wichtiger Faktor unserer Mannschaft, hat seine Aufgaben und die wird er auch weiter übernehmen. Wenn er heute mal nicht gespielt hat, ist es so. Auch Ronaldo spielt nicht immer.“

In Velbert führte Justin Ospelt die Elf auf den Platz. Der 21 Jahre alte liechtensteinische Nationaltorhüter war erstmals spielberechtigt. Sein Debüt verlief mehr als unglücklich. Beim ersten Gegentor machte er keine gute Figur und wirkte auch in mehreren anderen Situationen alles andere als sicher. Nach einem Zusammenprall mit dem Bonner Stürmer Luis Felipe Monteiro blieb der Schlussmann liegen, musste behandelt werden und wurde in der 43. Minute ausgewechselt. „Wir warten noch auf die Diagnose“, sagte Voronov, der aber indirekt Entwarnung gab. „Es sieht auf den ersten Blick immer schlimmer aus, als es ist. Ich hoffe, dass er bald wieder auf dem Platz steht.“

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Am Mittwoch gegen den SC Wiedenbrück (19.30 Uhr in Velbert) dürfte es aber nicht der Fall sein. Gegen einen Einsatz von Justin Ospelt spricht aber nicht nur der Zusammenprall, sondern auch seine Leistung bis zu diesem Zeitpunkt. Und der für ihn eingewechselte Jovan Jovic hat seine Sache ordentlich gemacht.

Bliebe die Frage nach dem Kapitän? Wahrscheinlich trägt beim dritten Auftritt in der Regionalliga ein dritter Spieler die Binde – in der Hoffnung, dass er nicht zur Halbzeit ausgewechselt wird.