KFC Uerdingen: Jean-Marcel Mbom tankt Selbstvertrauen bei der U20-Nationalmannschaft

Von der U20-Nationalelf zurück : Mbom will die Fans glücklich machen

Während beim KFC Uerdingen nach dem verpatzten Saisonstart Heulen und Zähneknirschen herrscht, tankt Jean-Manuel Mbom Selbstvertrauen bei der deutschen Nationalmannschaft U20.

Als Jean-Manuel Mbom am Montag Mittag in Düsseldorf aus dem Bus steigt, endet für ihn ein schöner mehrtägiger Ausflug. Während sich seine Mannschaftskameraden beim Pokal-Aus in Essen blamierten, vergnügte er sich bei der U20 der deutschen Nationalmannschaft. Zwei Siege feierte das Team mit 4:2 gegen Tschechien und 2:1 in den Niederlanden und bescherte dem neuen Trainer Manuel Baum somit einen Einstand nach Maß.

Der Coach hatte am Donnerstag für eine Überraschung gesorgt, indem er Jean-Manuel Mbom zum Kapitän bestimmte. „Das war eine schöne Überraschung. Der Trainer hat es mir erst kurz vorher mitgeteilt, und natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut“, sagt der Mittelfeldspieler des KFC Uerdingen, für den es ebenfalls ein Debüt war: in der U20. Seit der U16 trägt er in jeder Altersklasse das Trikot mit dem Adler auf der Brust. Das hat zur Folge, dass er die meisten seiner Mitspieler schon lange kennt und mit einigen auch befreundet ist.

Die Tage bei der Nationalmannschaft waren für Mbom eine willkommene Abwechslung. Dabei hat er durchaus einen Unterschied zwischen der U20 und jüngeren Jahrgängen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgemacht. „Die meisten spielen jetzt im Herrenbereich. Da ist das Tempo höher und die Erfahrung größer“, berichtet Mbom, der es genießt, in der Nationalmannschaft frei aufspielen zu können und Spaß zu haben – schließlich waren es nur Freundschaftsspiele.

Dass Jean-Manuel Mbom überhaupt auf dem grünen Rasen steht, ist nicht selbstverständlich. Sechs, sieben Sportarten probierte er in der Jugend nämlich aus. Am Ende blieben Fußball und Handball. Entschieden hat er sich für die in Deutschlands populärste Sportart. „Fußball war meine erste große Liebe“, sagt er. „Mein Vater hat in Kamerun auch Fußball gespielt, mich mitgenommen und immer mit mir trainiert. Deshalb war am Ende die Liebe zum Fußball auch am stärksten.“ Die familiären Bindungen sind ihm auch heute noch sehr wichtig. „Ich fahre gerne nach Göttingen, um meine Familie zu besuchen oder Freunde zu treffen“, sagt er. Auch bei seinem inzwischen langjährigen Verein Werder Bremen schätzt er das Umfeld. „Das familiäre Klima, die Fans, das Weserstadion, das alles habe ich schon in mein Herz geschlossen. Es ist dort sehr grün und angenehm.“

Dass er im Sommer zum KFC Uerdingen gekommen ist, hat mehrere Gründe. „Ausschlaggebend war der Trainer, er hat sich sehr um mich bemüht“, berichtet Mbom. „Aber auch das vom Verein ausgegebene Ziel Aufstieg passt zu mir. Ich bin sehr ambitioniert und will immer gewinnen.“

Das ist ihm in den vergangenen Wochen mit dem KFC allerdings nur einmal gelungen. Verrückt macht er sich deshalb nicht. „Wir müssen einfach weiterarbeiten“, sagt er. „Ich will mit dem KFC Erfolg haben und die Fans glücklich machen.“ Dann verabschiedete er sich von den Mitspielern am Bus, stieg ins Taxi und fuhr nach Krefeld zum Training.

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