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KFC Uerdingen: Jean-Manuel Mbom erzielt das Tor des Tages

KFC Uerdingen : Mbom erzielt das Tor des Tages

Sein Siegtreffer bei Viktoria Köln ist aus verschiedenen Gründen ein besonderer für den U20-Nationalspieler. Nach dem Erfolg blickt der KFC wieder nach oben. Die Uerdinger liegen nur noch drei Punkte hinter dem Tabellendritten.

Es war ein unansehnliches Fußballspiel, das die über 600 Uerdinger Fans nur schwerlich erwärmte. Aber ab der 85. Minute war all das vergessen. Roberto Rodriguez setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte. Jean-Manuel Mbom stand genau richtig und köpfte den Ball gegen die Laufrichtung des Kölner Torhüters ins Eck. Es folgte ein nicht alltäglicher Jubellauf: Mbom schrie die Freude heraus, ließ sich auf den rasen fallen und feiern. „Das war überragend, ein super Gefühl“, sagte er nach dem Schlusspfiff. „Es war mein erstes Tor in der Dritten Liga.“ Die Freude war verständlich, aber sie nicht nur bei dem U20-Nationalspieler riesengroß, sondern auch bei den Mitspielern und Fans. Dieses für Mbom besondere Tor in der 85. Minute bescherte dem KFC Uerdingen im Auswärtsspiel bei Viktoria Köln drei Punkte und lässt die Fans plötzlich wieder vom Aufstieg träumen: Die Blau-Roten liegen jetzt nur noch drei Punkte hinter dem Tabellendritten Braunschweig.

Jean-Manuel Mbom, der in dieser Saison nur einmal wegen der fünften Gelben Karte nicht auf dem Platz stand, kann die Tabelle natürlich auch lesen. Er schiebt das Thema nicht beiseite, sondern ordnet es realistisch ein. „Natürlich träumt man davon“, sagt er. „Wir sind der KFC Uerdingen und wollen jedes Wochenende erfolgreich sein. Aber wir müssen bescheiden bleiben und Gas geben, das steht an erster Stelle.“ Das klingt nicht nur offen und ehrlich, sondern auch selbstbewusst und zielorientiert.

Fußballersich war es Magerkost, was beide Mannschaften boten. Es war ein Kampfspiel auf tiefem Boden, das von Taktik geprägt war. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, dem Gegner keine Möglichkeit zu gewähren. Das gelang den Uerdingern besser als den Kölnern, die keine echte Chance hatten. Der KFC verzeichnete einen Kopfball von Dominic Maroh, der knapp über die Latte ging, eine abgefälschte Hereingabe von Osayamen Osawe und eine Aktion von Mbom kurz vor seinem Führungstreffer.

Es war jedoch ein Erfolg des gesamten Teams sowie der Verantwortlichen Stefan Reisinger und Daniel Steuernagel. Der Matchplan des Teamchefs und des Trainers ging auf, sie hatten aber nicht nur die richtige Taktik gewählt, sondern auch die richtigen Personalentscheidungen getroffen. So stand die Viererkette erneut sehr gut. Sie wirkt von Woche zu Woche stabiler und blieb erstmals seit fünf Begegnungen wieder ohne Gegentor. Daran haben aber auch die beiden Sechser großen Anteil, die immer stärker werden. Adam Matuschyk, der in den ersten neun Saisonspielen fehlte, erweist sich als wichtiger Baustein. Sein Nebenspieler Manuel Konrad findet endlich zu der Form, die ihn zu einem gestandenen Zweitligaspieler werden ließ.

Reisinger/Steuernagel treffen aber auch während eines Spiels Entscheidungen. In Köln nahmen sie Osayamen Osawe zur Halbzeit vom Feld, weil der KFC zu wenig Druck auf die Viktoria ausübte. Das gelang mit der Hereinnahme vom Mbom deutlich besser.

Schon in der Halbzeit vor der Einwechselung von Jean-Manuel Mbom machte sich das Mädchen optisch und lautstark bemerkbar. Foto: Thomas Schulze

Der KFC hat eine schon verkorkst geglaubte Hinrunde noch gerettet. Das erste Rückrundenspiel führt ihn nach Halle, wo auch ein guter Jahresabschluss erfolgen soll.

(eh)