KFC Uerdingen: Jan Kirchhoff übernimmt als Anführer

Ehemaliger Bayern-Spieler : KFC: Jan Kirchhoff will Verantwortung

Jan Kirchhoff ist der designierte Kapitän des KFC Uerdingen. Im Trainingslager erzählt der ehemalige Spieler des FC Bayern München und FC Schalke 04, warum die Binde ihm aber nicht so wichtig ist.

Er rennt und kämpft und grätscht. Dabei sollte er doch eigentlich irgendwo am Strand liegen, seine Frau Ellen verwöhnen und mit ihr die Flitterwochen genießen. Doch Jan Kirchhoff ist Fußballprofi und hat beim KFC Uerdingen einen Vertrag unterschrieben. Also ist er drei Tage nach seiner Hochzeit mit der Mannschaft ins Trainingslager nach Österreich gefahren. „Ich freue mich, dass ich zwei, drei Tage frei bekommen hatte“, sagt der 28 Jahre alte, defensive Mittelfeldspieler.

Kirchhoff sitzt entspannt auf der Terrasse des Travel Charme Hotels und genießt das Ambiente der traumhaft gelegenen Herberge in Werfenweng, wo Direktor Markus Buchhagen alles dafür tut, damit sich die Gäste wohl fühlen. Allerdings ist Kirchhoff auch Gutes gewohnt, denn der gebürtige Frankfurter gehörte den Bundesligakadern in Mainz, München und auf Schalke an, ehe er nach England wechselte und Anfang des Jahres nach Deutschland zurückkehrte. Den Zweitligisten 1. FC Magdeburg konnte er jedoch vor dem Abstieg nicht mehr retten.

Mit dem KFC Uerdingen hat er in der kommenden Saison andere Tabellenregionen im Blick. „Das macht den Reiz aus: mit einem Trainer und Spielern auf hohem Niveau zu arbeiten, nicht im Drittliga-, sondern im Zweitligabereich.“ Ups, hat Kirchhoff da etwa vom Aufstieg gesprochen? Nein, es gehe um die Trainingsintensität und Qualität. Sie seien für seine Zusage in Uerdingen ausschlaggebend gewesen.

Und was ist nun mit dem Aufstieg? „Als Leistungssportler will ich jedes Spiel gewinnen“, sagt Kirchhoff. „Natürlich wollen wir erfolgreich sein und die Leistungsdichte ist sehr hoch. Aber wir kommen aus dem Mittelfeld der Liga und es ist das zweite Drittligajahr. Man tut gut daran, keine großen Ziele raus zu posaunen.“ Halle, Ingolstadt, Kaiserslautern, Magdeburg und andere seien „alles Teams, die oben mitspielen wollen. Wichtig ist, an der eigenen Qualität zu bauen und daran zu glauben. Und dass der Trainer uns sehr viel hilft und uns einen klaren Plan mit gibt.“

Jan Kirchhoff ist der designierte Kapitän des KFC. Doch davon will Kirchhoff noch nichts wissen. Schließlich hat Trainer Heiko Vogel seine Entscheidung noch nicht verkündet. „Wenn ich Kapitän werden sollte, freut mich das“, sagt Kirchhoff, der von dem Vorhaben natürlich gehört hat.

Doch der ehemalige Junioren-Nationalspieler, der 29 Länderspiele bestritten hat, will das Amt auch nicht überbewerten. „Ich habe immer den Anspruch zu führen und für die Mitspieler da zu sein“, sagt er. „Meine Position in der Mannschaft ändert sich dadurch nicht. Dafür braucht man kein Amt.“ Dass er die Binde getragen hat, ist noch nicht allzu lange her das war in der vergangenen Saison in Magdeburg. „Da war ich Interimskapitän“, berichtet er. „Dass ich Kapitän war, das war zuletzt in der A-Jugend in Mainz.“

Bleibt die Frage nach den Flitterwochen. Werden sie in der Winterpause nachgeholt? „Nein, das eher nicht“, antwortet er. „Aber wir werden sie nachholen.“ Vielleicht in der nächsten Sommerpause als Kapitän des Zweitligisten KFC Uerdingen. Dagegen hätten Jan und Ellen Kirchhoff sicherlich nichts einzuwenden.

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