KFC Uerdingen: Interimstrainer Reisinger ist froh, Manager Effenberg an der Seite zu haben

Interimstrainer Reisinger und Manager Effenberg : Neues sportliches Führungsduo des KFC Uerdingen

Stefan Effenberg sieht das erste Spiel in seiner neuen Rolle als Manager. Dabei verliert der KFC Uerdingen beim Zweitligisten VfL Bochum mit 2:4. Interimstrainer Stefan Reisinger testet dabei Spieler, die zuletzt aussortiert waren.

Die Länderspielpause wird gerne dazu genutzt, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen und einen Neustart auszurufen. Das ist beim KFC Uerdingen nicht anders. Für den Fußball-Drittligisten, der einen enttäuschendes erstes Saisonviertel hinter sich hat, kam die Pause gerade recht. Er hat sie genutzt, um gravierende Änderungen vorzunehmen. Nach der Entlassung des glücklosen Trainer Heiko Vogel hat nun Stefan Reisinger auf der Bank das Sagen – auch wenn er das nicht darf, weil er (noch) nicht die die Lizenz des Fußballlehrers hat. „Wir werden in Kürze eine Lösung präsentieren, die natürlich die Statuten berücksichtigt, die wir respektieren“, sagt Präsident Mikhail Ponomarev. Eine Doppelspitze, wie sie einst Bayer Leverkusen in Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski hatte, scheint dabei als Vorbild zu dienen und durchaus praktikabel.

Am Donnerstag absolvierte der KFC ein Testspiel beim Zweitligisten VfL Bochum, das dadurch an Bedeutung gewann, dass es das erste Match im Beisein von Manager Stefan Effenberg war. Der saß einträchtig neben Präsident Mikhail Ponomarev und Geschäftsführer Niko Weinhart auf der Bank und beobachtete das Treiben auf dem Rasen. Reisinger nutzte den Test prompt für einige Experimente. So kamen auch Spieler zum Zug, die unter Vogel wenig oder gar keine Einsatzzeiten erhalten hatten wie Dominic Maroh, Christian Kinsombi, Hakim Guenouche oder Ali Ibrahimaj. Bei Reisinger gehören sie wieder dazu.

Die Uerdinger erwischten einen schwierigen Start, denn nach einem verunglückten Kopfball entschied der Unparteiische Sven Waschitzki auf Handelfmeter, den Tom Weilandt sicher verwandelte. Doch der KFC zeigte sich wenig beeindruckt und antwortete prompt. Beim Ausgleich durch Kinsombi machte VfL-Keeper Patrick Drewes eine unglückliche Figur, beim Führungstreffer durch Maroh nach einem Freistoß von Patrick Pflücke war der Schlussmann jedoch machtlos. Das war auf der anderen Seite allerdings auch Lukas Königshofer bei dem direkt verwandelten Freistoß durch Thomas Eisfeld kurz vor der Pause.

Nach dem Wechsel waren die Gäste zwar überlegen, doch der VfL ging erneut in Führung. Auch der dritte Treffer fiel nach einer Standardsituation. Als der Ball nach einem Freistoß vom Pfosten zurück klatschte, stand Weiland genau richtig und hatte keine Mühe, sein zweites Tor an diesem Nachmittag zu erzielen. Da wollte sich Eisfeld auch nicht lumpen lassen und nutzte einen eklatanten Fehler in der Abwehr zu seinem zweiten Tor. Damit fiel der Niederlage des KFC um ein Tor zu hoch aus.

„Man verliert nie gern, auch nicht in einem solchen Testspiel“, sagte Stefan Reisinger. „Wir haben heute viele Spieler eingesetzt, die zuletzt nicht so oft auf dem Platz standen. Sie sind an ihre Grenzen gekommen. Da fehlt die körperliche Basis. Die ist aber die Voraussetzung, denn in der Dritten Liga ist es oft ein Abnutzungskampf. Nach 60, 70 Minuten geht es dann darum, da zählen die Körner. In solch einem Test müssen sie sich durchbeißen und den inneren Schweinehund überwinden. Und wenn die Power fehlt, muss man etwas cleverer spielen. Aber insgesamt war es okay.“ Über die Unterstützung durch Effenberg freut er sich: „Wir sind ständig im Austausch und es ist gut, Kompetenz um sich zu haben.“

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